Blick in eine Filiale der Sparkasse Oberhessen. Fotos: ls
Blick in eine Filiale der Sparkasse Oberhessen. Fotos: ls

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Vorstand unterrichtet Verwaltungsrat in Sondersitzung über eingeleitete Schritte und Stand der Aufklärung im UntreuefallSparkasse verspricht lückenlose Aufklärung

REGION (ol). „Hier wird nichts unter den Teppich gekehrt, sondern alles getan, um den guten Ruf der Sparkasse Oberhessen vollständig wiederherzustellen“, heißt es in einer Pressemeldung der Sparkasse Oberhessen. Der Verwaltungsrat begrüße getroffene Maßnahmen.

Der Vorstand der Sparkasse Oberhessen habe den Verwaltungsrat in einer Sondersitzung eingehend über den derzeitigen Stand der Aufklärungen im aktuellen Untreuefall unterrichtet. Dabei habe er deutlich gemacht, dass sofort nach Bekanntwerden des Falles alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet worden seien: „Es ist getan worden, was getan werden konnte. Und es wird auch in den nächsten Tagen und Wochen getan, was getan werden kann,“ betonte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Oberhessen Günter Sedlak: „Der Fall hat uns alle, Vorstand und Mitarbeiterschaft, geschockt, er ist für uns bitter und bedrückend, aber wir werden alles unternehmen, um den Vorgang aufzuarbeiten.“

Nachdem der Untreuefall durch vorhandene Sicherungssysteme aufgedeckt worden sei, habe der Vorstand sofort die Staatsanwaltschaft informiert und Anzeige gegen den betroffenen Mitarbeiter gestellt. Zugleich sei die interne Revision beauftragt worden, den Fall lückenlos aufzuarbeiten. Ebenfalls umgehend seien die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die Deutsche Bundesbank und das Regierungspräsidium Darmstadt als Aufsichtsbehörde der Sparkasse informiert worden. Damit der Vorgang nicht nur durch die Strafverfolgungsbehörden und intern durch die Sparkasse, sondern auch extern allumfassend aufgearbeitet werde, habe der Vorstand den Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen beauftragt, eine Sonderprüfung vorzunehmen. Die fristlose Kündigung des Mitarbeiters sei sofort nach den ersten gesicherten Erkenntnissen in den arbeitsrechtlich gebotenen Schritten vollzogen worden.

Zum jetzigen Zeitpunkt könne gesichert mitgeteilt werden, dass der ehemalige Mitarbeiter die vorhandenen, umfassenden Sicherungsmechanismen der Sparkasse mit hoher krimineller Energie ausgehebelt habe. Gleichzeitig habe es bis zum Bekanntwerden seiner kriminellen Handlungen keinerlei Zweifel an seiner Integrität gegeben, keinerlei Hinweise auf mögliche Unregelmäßigkeiten und ebenso keine anderen Auffälligkeiten.

Ein bisher einmaliger Vorfall in der Geschichte der Sparkasse Oberhessen

Sedlak habe deutlich gemacht, dass es sich um einen in der Geschichte der Sparkasse Oberhessen einmaligen Vorgang handele. „Es hat mich zutiefst getroffen, dass ein langjähriger Mitarbeiter, bei dem es nie Zweifel an seiner Integrität gegeben hat, seinen Arbeitgeber in dieser Form betrügt.“ Er habe ausdrücklich den Mitarbeitern der Sparkasse Oberhessen gedankt, für die die letzten Tage nicht einfach gewesen seien und die von vielen Kunden verständlicherweise mit kritischen Fragen konfrontiert worden seien. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen, so Sedlak, kann ausgeschlossen werden, dass Kunden und deren Konten geschädigt wurden.

Der Vorstand der Sparkasse habe in der Verwaltungsratssitzung angekündigt, dass der Vorgang restlos aufklärt werde. Ziel sei es, dass die Erkenntnisse aus den Ermittlungen zu den notwendigen strafrechtlichen Konsequenzen führen. Der Vorstand habe gleichfalls zugesichert, dass Schadensersatzforderungen gegen den ehemaligen Mitarbeiter unternommen werden, um das veruntreute Vermögen vollends wiederzuerlangen.

Schließlich habe der Vorstand um Verständnis gebeten, dass die Sparkasse Oberhessen ihre Kommunikation nach außen in den letzten Tagen ausschließlich auf gesicherte Erkenntnisse beschränkt habe, um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden. Sie habe in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft den Namen des Mitarbeiters nicht genannt. Außerdem sei bewusst entschieden worden, als erstes den Verwaltungsrat in einer Sondersitzung zu informieren. Die Öffentlichkeit werde weiterhin in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft unterrichtet.

Der Verwaltungsrat erklärte: „Der Untreuefall ist schwerwiegend und belastend, aber es ist schnell, richtig und umfassend vom Vorstand gehandelt worden. Es wird nichts unter den Teppich gekehrt, sondern vollends aufgeklärt – das ist die Grundlage, um den guten Ruf der Sparkasse Oberhessen schnell wiederherzustellen.“

2 Gedanken zu “Sparkasse verspricht lückenlose Aufklärung

  1. Irgendwie erinnert mich das leider stark an die seinerzeitige Zusage der „brutalstmöglichen Aufklärung“ bzgl der „jüdischen Vemächtnisse“ durch Ex-Ministerpräsident Roland Koch………

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  2. Tatsache ist, dass das Kontrollsystem der Sparkasse versagt hat. Die Verantwortung trägt alleine der Vorstand.

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