Käthe platzte herein und machte ihrem Unmut Luft. Fotos: privat

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Wanderausstellung durch Vortrag und Musik von Professor Dr. Bernhard Streck im Bürgerschloss eröffnetLuther im Homberger Schloss

HOMBERG/OHM (ol). „Luther und Europa“ nennt sich die Wanderausstellung des hessischen Staatsarchivs Marburg, die am vergangenen Sonntag im Kaminsaal des Homberger Schlosses feierlich eröffnet worden ist.

Nach der Begrüßung durch Wilhelm Weisshuhn, den Sprecher des Arbeitskreises Geschichte der Schlosspatrioten übernahm Professor Dr. Bernhard Streck die weitere Moderation und stellte zunächst sein Musikquartett „Prima Vista“ vor, das mit der zweistimmigen Version des bekannten „Ein feste Burg ist unser Gott“ aus der Feder von Luthers musikalischem Berater Johann Walter die richtige Einstimmung gab. Das geht aus einer Pressemeldung der Schlosspatrioten hervor.

Bärbel Kuranel (Gemshorn, Ganzkleinflöte, Contrabassflöte), Heribert Klasser (Querflöte), Heinrich von Haugwitz (Tuba und Bassstimme) und Streck selbst (Portativ) sei es gelungen, das frühe 16. Jahrhundert auch mit weltlicher Tanzmusik von Tilman Susato und abschließend mit Luthers vierstimmigen „Verley uns frieden gnediglich“ in die gut besuchte Veranstaltung herbeizuzaubern. Dazwischen habe es Ausführungen zu den Instrumenten der damaligen Zeit gegeben, Luthers Rolle in der Kirchenmusik und Hinweise auf das Ausstellungs-Begleitbuch von Justa Carrasco und Reinhard Neebe mit dem Untertitel „Wege der Reformation und der fürstliche Reformator Philipp von Hessen“  (Marburg 2015), das Begleitbuch zur Ausstellung „Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten“ (von Andreas Kuhn und Gabriele Stüber, Ubstadt-Weiher 2016), die im vergangenen Jahr in der Schlosskapelle St- Georg gezeigt worden sei, und die Neuerscheinung „Luthers große Türkenschriften“ (Marburg: Blaues Schloss 2017), die von Benedikt Klein und Bernhard Streck herausgegeben und kommentiert worden ist.

Die Musiker begleiteten die Vernissage.

Höhepunkt der gelungenen Feier sei zweifelsohne das Hereinplatzen von „Käthe“ – dargestellt von Viola Euler – gewesen , die als nun arbeitslos gewordene Haushälterin eines katholischen Geistlichen ihrem Unmut über das durch die Reformation verursachte Durcheinander mit beißender Kritik Luft machte.

Ein Blick in den Ausstellungsraum im Homberger Schloss.