
Bürgermeisterkandidat setzt auf Evaluation, Mobilitätszentrum und bessere Anbindung der OrtsteileDaniel Schmidt: Bahnhof und Stadtbus zukunftsfähig weiterentwickeln
LAUTERBACH (ol). Wie geht es mit Bahnhof und Stadtbus in Lauterbach weiter? Bürgermeisterkandidat Daniel Schmidt fordert eine sachliche Debatte über die Zukunft des ÖPNV. Nach Gesprächen mit Fahrgästen und dem Fahrgastverband Pro Bahn und Bus spricht er sich für den Erhalt und die Optimierung des Stadtbusses sowie für die Weiterentwicklung des Bahnhofs zu einem modernen Mobilitätszentrum aus.
Wie geht es weiter mit dem Bahnhofsgebäude? Und ist der Stadtbus ein Auslaufmodell? Diese Fragen werden derzeit vielfach in Lauterbach gestellt. Für Bürgermeisterkandidat Daniel Schmidt ist klar: „Wir müssen über die Zukunft unseres ÖPNV sprechen – sachlich, lösungsorientiert und mit klaren Zielen.“ Um sich ein eigenes Bild zu machen, absolvierte Schmidt erneut eine rund einstündige Fahrt mit dem Stadtbus und führte Gespräche mit Fahrgästen. Zudem tauschte er sich im Vorfeld mit dem Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn und Bus, Stefan Sitzmann, aus, heißt es in der Pressemitteilung des Bürgermeisterkandidaten.
Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung des Bahnhofs: Täglich frequentieren rund 140 Busse und 46 Personenzüge das Gelände. Mehr als 1.000 Fahrgäste nutzen den Bahnhof jeden Tag. „Gerade zu Stoßzeiten sieht man deutlich, welche zentrale Rolle der Bahnhof nicht nur für Lauterbach, sondern für die gesamte Region spielt“, so Schmidt.
Bahnhofsgebäude sanieren und neu beleben
Das Bahnhofsgebäude selbst müsse wieder stärker in den Fokus rücken. „Der Bahnhof ist eine Visitenkarte unserer Stadt. Auch wenn ein Erwerb aktuell finanziell nicht darstellbar ist, müssen wir die Gespräche mit den Eigentümern respektvoll neu aufnehmen und gemeinsam nach tragfähigen Lösungen suchen“, betont Schmidt.

Foto: privat
Als Perspektive sieht er die Entwicklung eines modernen Mobilitätszentrums – möglicherweise in Kombination mit einem Coworking-Space für flexible Arbeitsplätze. Die Landesgeschäftsstelle von Pro Bahn und Bus sowie der RMV-Fahrkartenverkauf sind bereits feste Bestandteile des Standorts und sollen langfristig gesichert werden.
Parallel dazu fordert Schmidt Gespräche mit der Deutschen Bahn, um die Bahnsteige zeitnah barrierefrei und sicher auszubauen. „Nach den Investitionen ins Umfeld ist es nur konsequent, nun auch die Bahnsteige in einen würdigen Zustand zu bringen.“ Darüber hinaus gelte es, die Eigentümer umliegender Gewerbeimmobilien zusammenzubringen, um das gesamte Bahnhofsumfeld weiterzuentwickeln.
Stadtbus evaluieren und optimieren
Auch der Stadtbus sei fester Bestandteil einer zukunftsfähigen Mobilität in Lauterbach. Das Angebot läuft seit gut zwei Jahren, der Vertrag ist auf vier Jahre angelegt mit Verlängerungsoption. Zwar gebe es Phasen mit geringer Auslastung, doch während der eigenen Mitfahrt habe er zwischen 20 und 30 Fahrgäste pro Stunde gezählt. „Viele Menschen sind auf den Stadtbus angewiesen und sehr dankbar für das Angebot“, berichtet Schmidt. Gleichzeitig gebe es Hinweise zur Optimierung der Route, etwa hinsichtlich einer Anbindung von Blitzenrod und dort im besten Fall dem ‚Haus Margarete‘.
Schmidt spricht sich dafür aus, zeitnah eine systematische Evaluation auf Grundlage einer Fahrgastbefragung und realer Zählungen vorzunehmen, so wie es vereinbart war: „Infrage stellen können wir den Stadtbus nicht – dafür wird er von zu vielen Menschen benötigt.“
Zudem müsse der Fahrplan endlich in die RMV-App integriert werden. Auch die Haltestellen sollten ihren Provisoriumscharakter verlieren und mit Wartebänken sowie stabilen Beschilderungen und Fahrplänen in lesbarer Höhe ausgestattet werden.
Zusammenfassend formuliert Schmidt folgende Ziele: Er will das Stadtbusangebot erhalten und gezielt optimieren, den Fahrplan in die RMV-App integrieren und die Stadtbushaltestellen aufwerten. Zudem strebt er eine verbesserte Busanbindung der Ortsteile in Abstimmung mit der VGO an und hält die Prüfung einer Expressbuslinie Richtung Rhein-Main über Herbstein und Schotten für sinnvoll. Ein weiteres Ziel ist die Sanierung und Entwicklung des Bahnhofsgebäudes zu einem modernen Mobilitätszentrum. Darüber hinaus setzt er sich für einen leistungsfähigen Ausbau der Vogelsbergbahn, perspektivisch zusätzliche Haltepunkte in kleineren Ortschaften sowie eine stärkere Verlagerung von Industrie- und Güterverkehr auf die Schiene ein.

Foto: privat
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