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Auszubildende im Maßschneiderhandwerk präsentieren am 19. März selbst entworfene Mode in der Max-Eyth-Schule„Flashback Fashion“ – Fantasievolle Kreationen für die Gegenwart

ALSFELD (ol). Die Auszubildenden im Maßschneiderhandwerk der Max-Eyth-Schule in Alsfeld laden am Donnerstag, den 19. März, zu ihrer Modenschau „Flashback Fashion“ ein. Dabei interpretieren sie Modeepochen vergangener Jahrzehnte neu und setzen diese in tragbare, zeitgemäße Looks um. Die Veranstaltung gibt den Abschlussjahrgangs-Schülerinnen und -Schülern die Möglichkeit, ihre drei Jahre Ausbildung vor Publikum zu präsentieren.

An die vermeintlichen Mode-Verwirrungen der Achtzigerjahre haben viele Menschen noch die eine oder andere Erinnerung. Doch das letzte Jahrhundert war voller Mode, die Akzente gesetzt hat. Seien es die graden Schnitte der Goldenen Zwanziger, die Petticoats der Fünfziger oder die Flower-Power-Ära der Wilden Siebziger. Ihnen allen setzen die Auszubildenden im Maßschneiderhandwerk der Max-Eyth-Schule nun ein Denkmal, denn unter dem Motto „Flashback Fashion“ haben die angehenden Maßschneiderinnen und Maßschneider die Mode ihrer Lieblingsepoche neu interpretiert und in Styles für das neue Jahrtausend übersetzt. Wie das gelungen ist, kann man am Donnerstag, 19. März, um 15.30 Uhr und um 19:30 Uhr in der Aula der Max-Eyth-Schule erleben.

Konzipiert und organisiert wird die Show wie immer von den Auszubildenden in der Abschlussklasse. Die vollschulische Ausbildung endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Auch darauf bereiten sich die jungen Leute derzeit vor. Gerade sie können anlässlich der Modenschau zeigen, was sie in den drei Jahren ihrer Ausbildung an der Max-Eyth-Schule gelernt haben: Angefangen von Röcken und Blusen über Hosen bis hin zu Abendmode, Anzügen und Mänteln. Dazu kommen die verschiedensten Techniken, wie Schmucktechniken oder Stickereien, Materialkunde und Schnittkonstruktion.

Für die Modenschau geben sie den Kolleginnen und Kollegen der anderen Ausbildungsjahre nicht nur das Motto vor, sondern tragen auch für die Werbung, die Erstellung eines Begleithefts und die Durchführung des Nachmittags und Abends Rechnung. Dabei können sie zum einen auf die vielen Abteilungen ihrer Schule zählen, denn die Holzwerkstatt (für den Aufbau des Laufstegs) und die Hauswirtschaft (für das Catering) sind stets verlässliche Partner. Kooperationen mit den Friseursalons von Alexander Trees (Alsfeld) und Kathrin Rothe (Gießen und Lauterbach) bereichern die Modenschau – nicht nur ganz praktisch, sondern auch, weil sie den Wert von Zusammenarbeit deutlich zeigen.

Die Modenschau selbst wird durch ein hohes Maß an Kreativität und fachlicher Expertise bestechen: Gerade die Auszubildenden im 3. Lehrjahr haben sich intensiv mit den Epochen beschäftigt, denen sie ihre Inspiration verdanken. „Mode ist stets ein Spiegel der Gesellschaft“, sagt Meisterin Ruth Henkel, Ausbilderin der angehenden Gesellen. „Diese Facette von Mode ist sehr wichtig, und die Auszubildenden haben sich intensiv auch mit den Umständen der verschiedenen Epochen befasst.“ Herausgekommen ist tragbare Mode, die Elemente der verschiedenen Jahrzehnte aufgreift. Fachbereichsleiterin Susanne Fricke: „Uns war es wichtig, dass die Auszubildenden bei ihren Entwürfen auf zeitgemäße Mode kommen – wir möchten explizit keine Kostümschau, sondern Looks auf der Höhe der Zeit.“

Streift man wenige Wochen vor der Modenschau durch die Werkstätten der Max-Eyth-Schule kann man genau sehen, was die Ausbilderin und die Fachbereichsleiterin meinen: Auf den Arbeitstischen oder den Puppen findet man Mode, die man selbst gerne tragen würde. Mit Elementen, die einem vertraut vorkommen: Weit ausgestellte Beine, Farben aus der Zeit des Wirtschaftswunders, Anleihen an den New Look von Christian Dior. Mode aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts bekommt mit typischen Materialien wie Cord und Samt ein neues Design im 21. Jahrhundert. Petticoats werden entworfen und genäht, Jacken mit Schößchen, Corsagen, Hosenanzüge, Tellerröcke – ein Paradies an Farben und Stoffen! Ihre Modelle entwerfen die Auszubildenden selbst; dabei spielt auch eine Rolle, dass die Mode ihren Typ unterstreicht oder in ein neues Licht rückt. „Mode kann vieles sein“, weiß Ruth Henkel. Sie bringt den Auszubildenden neben den verschiedenen Techniken und Fertigkeiten, dem Wissen um Epochen, Material und Schnitte auch bei, dass Geduld vonnöten ist, damit ein Werk gelingt.

Die Modenschau im 3. Lehrjahr ist für die Auszubildenden ihres Jahrgangs der Höhepunkt ihrer Ausbildung bevor die Prüfungen anstehen. Sie freuen sich drauf, denn viele von ihnen haben schon Pläne und Perspektiven: Ein Studium in Modedesign steht hier genauso auf dem Zettel wie die Anstellung als Kostümbildnerin in einem Theater. An vielen Orten konnten die Auszubildenden bei verschiedenen Praktika schon Spuren hinterlassen und Kontakte knüpfen. „Als Europaschule können wir unseren Auszubildenden viele Möglichkeiten eröffnen“, ergänzt Susanne Fricke. Und die hören offenbar nach der Ausbildung längst nicht auf. Die Modenschau im März wird daher nicht nur die Maßschneiderinnen und Maßschneider bewegen, sondern wie immer ein Highlight des schulischen Lebens der Max-Eyth-Schule und des kulturellen Lebens Alsfelds werden.
Wer Interesse an einer Ausbildung in der Max-Eyth-Schule hat, sollte in diesem Jahr nicht zu lange warten: Bereits am 24. April ist Bewerbungsschluss.

Fotos: Traudi Schlitt

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