
Interkommunales Abwasserprojekt erfolgreich abgeschlossenKläranlage Angersbach: Inbetriebnahme der neuen Druckleitung und Pumpstation
ANGERSBACH (ol). Die Gemeinde Wartenberg und die Stadt Lauterbach haben die neue Pumpstation auf der Kläranlage Angersbach sowie die dazugehörige Druckleitung offiziell in Betrieb genommen. Seit rund zwei Wochen werden die Abwässer aus Angersbach zur Kläranlage der Stadt Lauterbach gepumpt. Das Großprojekt stellt die größte Einzelinvestition der Gemeinde Wartenberg dar und erfüllt künftig höhere Anforderungen an Umwelt- und Betriebssicherheit.
Am 13. Januar wurden der Neubau der Pumpstation auf der Kläranlage Angersbach sowie die von dort zur Kläranlage der Stadt Lauterbach verlaufende Druckleitung offiziell durch die Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller (Stadt Lauterbach) und Dr. Olaf Dahlmann (Gemeinde Wartenberg) in Betrieb genommen.
Nach einem Druckversuch im November vergangenen Jahres und der erfolgten Endmontage und Inbetriebnahme der Steuerungstechnik ist es nun soweit: Die im Ortsteil Angersbach anfallenden Abwässer werden seit rund zwei Wochen zur Kläranlage der Stadt Lauterbach gepumpt, berichtet die Gemeinde Wartenberg in einer Pressemitteilung.
Der Bau der Druckleitung begann im Spätsommer 2024, die Inbetriebnahme der Pumpstation erfolgte nach rund 17 Monaten Bauzeit. Die neue Leitung überwindet einen Höhenunterschied von rund 25 Metern. Die Pumpstation ist dabei mit zwei leistungsstarken Pumpen ausgestattet, die bis zu rund 2.600 Kubikmeter Abwasser täglich fördern können.
„Wir haben den Moment nicht nur herbeigesehnt, sondern diesen gleichzeitig mit Spannung erwartet“, so Bürgermeister Dahlmann. Denn bei einem solch großen Projekt komme es nicht nur auf eine detaillierte Planung an, sondern auch darauf, dass im Echtbetrieb alle Rädchen dann auch tatsächlich ineinandergreifen. „Beim Anschluss der Kläranlage an Lauterbach handelt es sich mit rund 6,12 Mio. Euro Baukosten und 750.000 Euro Anschlusskosten um die größte Einzelinvestition der Gemeinde Wartenberg, die nicht nur notwendig war, sondern sich auch lohnt: Denn der Anschluss trägt auch den gestiegenen Anforderungen an die Betriebssicherheit sowie strengeren Umweltstandards der Zukunft Rechnung“, so Dahlmann weiter.
Lauterbachs Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller sieht in dem Projekt ebenfalls klare Vorteile für beide beteiligten Kommunen und freut sich, dass die interkommunale Zusammenarbeit zustande kam.
In einem zweiten Bauabschnitt wird anschließend im Bereich der früheren Teichkläranlage ein gesetzlich notwendiges Regenrückhaltebecken errichtet. Bei Regenwetter werden künftig überschüssige Wassermengen in einem betonierten Becken mit rund 1.100 Kubikmetern Volumen zwischengespeichert und anschließend ebenfalls über die Pumpstation nach Lauterbach weitergeleitet.
Die Gemeinde Wartenberg betrieb seit 1984 die bisherige Teichkläranlage im Ortsteil Angersbach. Aufgrund der im Zuge der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie gestiegenen Anforderungen an die Abwasserreinigung, war die vorhandene Teichkläranlage nicht ausreichend leistungsfähig, um die Einleitungsgrenzwerte einzuhalten.
Mit dem Anschluss der Kläranlage Angersbach an die Kläranlage der Stadt Lauterbach kommt die Gemeinde Wartenberg der aufsichtsbehördlichen Forderung nach einer verbesserten Reinigungsleistung nun nach. Die Gemeinde hatte vor diesem Hintergrund verschiedene Varianten durch ein Ingenieurbüro prüfen lassen: Darunter verschiedene Umbauvarianten der bestehenden Kläranlagen und den Anschluss an bestehende Anlagen in Lauterbach und Bad Salzschlirf. „Für uns stand von Anfang an fest, dass wir eine wirtschaftliche und kostengünstige Variante wollen“, unterstreicht Bürgermeister Dr. Olaf Dahlmann. Eine Studie aus dem Jahr 2017 errechnete den Anschluss an die Anlage in Lauterbach als die kostengünstigste Variante. Im April 2019 erfolgte die gemeinsame Unterzeichnung einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung mit der Stadt Lauterbach über die Übernahme des ungeklärten Abwassers aus dem Ortsteil Angersbach und dessen Reinigung in der Kläranlage der Stadt Lauterbach.
Mitte Dezember 2023 konnte Bürgermeister Dr. Dahlmann schließlich für die Gemeinde Wartenberg den Bescheid über eine Landesförderung in Höhe von 1,13 Mio. Euro für die Maßnahme „Bau einer Druckleitung“ und „Pumpstation“ in Empfang nehmen. Die Gemeinde Wartenberg hatte rund drei Jahre zuvor einen entsprechenden Förderantrag beim Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gestellt.
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