
Verein signalisiert Mithilfe bei Unterhaltung und stellt Rasenflächen für Leichtathletik zur VerfügungKunstrasenplatz in Lauterbach: VfL unterstützt Pläne des Vogelsbergkreises
LAUTERBACH/VOGELSBERGKREIS (ol). Der VfL Lauterbach unterstützt die Pläne des Vogelsbergkreises zur Errichtung eines Kunstrasenplatzes auf dem Adolf-Spieß-Gelände ausdrücklich. In einem Gespräch mit Landrat Dr. Jens Mischak sagte der Verein zudem zu, vorhandene Rasenflächen künftig für Leichtathletik-Wettkämpfe und den Schulsport bereitzustellen. Die Maßnahme ist Teil des Sportentwicklungsplans und soll mithilfe von Bundesfördermitteln umgesetzt werden. Eine Nutzung des Kunstrasenplatzes wird ab dem Jahr 2029 angestrebt.
Ein Kunstrasenplatz auf dem Lauterbacher Adolf-Spieß-Gelände – diese Idee unterstützt der VfL Lauterbach auf ganzer Linie, das berichtet die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung. „Wir befürworten das sehr und sind gerne bereit, uns später aktiv bei der Unterhaltung des Geländes einzubringen“, betonen Celal Gezici und sein Vorstandskollege Yilmaz Akkus im Gespräch mit Landrat Dr. Jens Mischak und dem Ersten Kreisbeigeordneten Patrick Krug. Gleichzeitig kündigen die VfL-Vertreter an, die vom Verein genutzten Rasenflächen den Leichtathleten für Wettkämpfe und Prüfungen zur Verfügung stellen zu können, genauso wie für Schulsport.
Zum Hintergrund: Auf dem kreiseigenen Adolf-Spieß-Platz muss dringend investiert werden, die Rasenfläche ist in schlechtem Zustand, auch die Tartanbahn muss wieder instandgesetzt werden, schildert der Landrat. Auf der anderen Seite wird schon lange ein Kunstrasenplatz für den Lauterbacher Bereich gefordert, festgeschrieben nicht zuletzt im Sportentwicklungsplan. „Jetzt gibt es ein Fenster, das sich geöffnet hat, sodass wir die Adolf-Spieß-Anlage sanieren und den Kunstrasenplatz realisieren können“, erklärt Landrat Dr. Mischak. Gemeint ist natürlich die „Sportmilliarde“. Im Gespräch mit den beiden VfL-Vertretern, die von Günter Stiebig, er ist Vereinsberater beim hessischen Fußballverband, begleitet werden, erläutert der Landrat, dass im aktuellen Projektaufruf des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstäten“ 333 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, in einem ersten Schritt kann man sich im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens bewerben. Genauer gesagt: Man muss eine Projektskizze einreichen. Das hat der Vogelsbergkreis getan, ein entsprechender Beschluss war im Dezember im Kreistag mit großer Mehrheit gefasst worden.
„Wir sollten Ende Februar/Anfang März die Mitteilung erhalten, ob wir berücksichtigt werden, dann können wir den eigentlichen Antrag auf Förderung stellen“, schildert Erster Kreisbeigeordneter Krug das weitere Procedere. „Wir würden das gerne zügig umsetzen, 2029 soll der Platz nutzbar sein.“
Ein Kunstrasenplatz war als Ziel im Sportentwicklungsplan formuliert worden, dieses Ziel kann somit erfüllt werden, betont Vereinsberater Günter Stiebig. Er ist überzeugt: „Es ist gut, dass der Landkreis diese Interessenbekundung abgegeben hat. Das ist eine richtig gute Geschichte, die positive Auswirkungen hat und haben wird.“ Ein Verein wie der VfL mit seinen aktiven Jugendmannschaften steht natürlich auch in Konkurrenz zu Vereinen in Ballungsgebieten mit guten Trainingsmöglichkeiten. „Es wäre so wichtig einen Kunstrasenplatz hier zu haben, also zwei Zentren in Lauterbach und Alsfeld, um optimale Bedingungen bieten zu können“, führt der Fußball-Experte aus.
Und auch andere Sportarten würden vom Kunstrasenplatz profitieren: Auf Kunstrasen können Fußballer auch im Herbst und Winter trainieren, somit kann die Hallennutzung entlastet werden, „das kommt dann beispielsweise auch den Handballern zugute“, sagt Landrat Mischak.
Aspekte, die die beiden VfL-Vertreter Celal Gezici und Yilmaz Akkus nur unterschreiben können. Gleichzeitig sagen sie zu, anderen Vereinen wie dem TV Lauterbach die vom Verein genutzten Rasenflächen für leichtathletische Wettkämpfe zur Verfügung zu stellen. Denn Diskus oder Speerwurf sind auf einem Kunstrasenplatz nicht mehr möglich. Beim Training können Übungsspeere verwendet werden, im Wettkampf aber muss es der mit Spitze sein.
Zum Abschluss des Gesprächs gibt es noch ein dickes Lob vom Vereinsberater des hessischen Fußballverbandes: Günter Stiebig hat den VfL Lauterbach schon öfter besucht und bescheinigt ihm: „Das ist ein Verein, der wirklich eine Vision hat.“ Die öffentliche Kritik am Vorhaben kann Stiebig im Übrigen nicht nachvollziehen. „Es braucht diese Visionen und Ideen, dann kann man Dinge gemeinsam lösen.“
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