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"Braucht man da noch ein hässliches Gewerbegebiet?"Fraktion Die Linke: besorgt über Gewerbeflächenkonzept

LAUTERBACH (ol). Die Lauterbacher Linken fordern die Bevölkerung auf, sich mit einer eigenen Stellungnahme an das Regierungspräsidium einzubringen, um damit das Gewerbegebiet bei Reuters zu verhindern.

In der Pressemitteilung zitieren die Lauterbacher Linken zunächst den Ersten Kreisbeigeordneten Jens Mischak: „Wir unterstützen im Amt für den ländlichen Raum die Landwirte nach besten Kräften; das tun wir, egal, ob ökologisch oder konventionell erzeugt wird. Beides muss seinen Platz im Vogelsbergkreis behalten.“

„Wenn dem so ist“, wundert sich Katharina Jacob von der Links-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Lauterbach, „so ist es erstaunlich, dass sich jetzt die Opposition um die Belange der Landwirtinnen und Landwirte kümmern muss. Wenn, wie ebenfalls von der CDU behauptet wurde, ‚kein Blatt Papier zwischen die CDU und die Landwirte‘ passt, so kann es nicht sein, dass jetzt 26 Hektar zwischen ihnen liegen.“

Eine solche Fläche soll nämlich als Gewerbefläche ausgewiesen werden, mitten im besten Ackerland bei Reuters. Besonders besorgt zeige sich die Fraktion über das Gewerbeflächenkonzept des Landes Hessen, das vor nichts Halt mache, wie Jacob betont. Aktuell wird ein neuer Regionalplan für die Region Mittelhessen erstellt. Dieser liege unter anderem auch online aus, dort können Bürger sich informieren und bis 11. März 2022 auch Stellungnahmen abgeben.

Der Regionalplan regelt, wo welche Flächen zugebaut werden dürfen und vor allem womit. Steht der Regionalplan fest, so seien die Gemeinden zehn Jahre lang daran gebunden. Daher fordern die Lauterbacher Linken die Bevölkerung auf, sich unbedingt einzubringen, „vor allem, was das unselige Gewerbegebiet bei Reuters anbelangt“. „Bodenversiegelung können wir uns einfach nicht mehr leisten, zumal das Gebiet zur Erschließung derart weit abgelegen ist, dass ein Gewerbegebiet dort sogar nach dem im Vorfeld der Regionalplanung erstellten Gewerbeflächenkonzept Mittelhessen keinen Sinn macht“, ärgert sich Jacob.

13 Hektar für Gewerbegebiete

13 Hektar dürfen in Lauterbach für Gewerbegebiete geopfert werden. „Angeblich um flexibel zu bleiben, soll bei Reuters eine doppelt so große Fläche ausgewiesen werden“, heißt es weiter. Hier befürchten die Linken Schlimmes: „Wenn mit anderen Gemeinden zusammengearbeitet wird, kann es sein, dass die im Regionalplan vorgesehene Anzahl an Hektar durch Ausnahmegenehmigungen überschritten werden darf“, gibt Jacob zu bedenken.

„Wenn jedoch im Gewerbeflächenkonzept der eigentliche Bedarf der Wirtschaft angezeigt wird, so müsste Reuters erst recht herausgenommen werden“, wundert sich die Fraktion. „Reuters ist dort als Gewerbegebiet gar nicht vorgesehen – das macht die Megalomanie bei Reuters völlig unlogisch.“

Die Linke befürchtet, dass durch Gewerbegebiete bei Maar und Reuters Fakten geschaffen werden, um einen weiteren Straßenbedarf zu begründen und der B254 Vorschub zu leisten. Reuters drohe jetzt schon unter der Verkehrsbelastung zusammenzubrechen, zumal der Ort ohnehin von Pfeifer Holz und weiteren Windkraft- und Photovoltaikanlagen bereits umringt sei beziehungsweise sein wird. „Braucht man da noch ein hässliches Gewerbegebiet?“, frage sich die Linke. Daher fordern Jacob und König die Bevölkerung auf, von ihrem Recht Gebrauch zu machen und eigene Stellungnahmen an das Regierungspräsidium zu senden.

Auch sollten die Lauterbacher Bürger einen Blick auf die innerstädtischen Gebiete Dörnerweg und Wascherde werfen. Hier sollen weitere Landwirtschafts- und Naturflächen und wichtige Naherholungsgebiete Siedlungen weichen.

3 Gedanken zu “Fraktion Die Linke: besorgt über Gewerbeflächenkonzept

  1. Bezüglich dieses Themas gehe ich absolut konform mit Ihnen !
    Bezüglich Links- Partei bin ich mehr als gespalten.

    Das die Afd, PUTIN Sympathisanten sind, ist klar und deutlich, immer wieder durch diese rechtsextreme Partei geäußert und klar verdeutlicht.
    „Die Linke“ zumindest durch den einen oder anderen Links-Politiker verlautbarend schießt dies bezüglich in’s gleiche Horn.
    Das viele führende AFD „Politiker“ nichts anderes als Demokratie feindlich/verfassungsfeindlich und rechtsextreme sind … ergibt sich tagtäglich aus ihren “ Statements“
    Die “ Linke“ scheint aber da zum Teil deckungsgleich zu sein.
    Ganz weit rechtsextrem, da gehört die AFD ohne wenn und aber, leider, großen Teilen’s dazu, …… Aber die „Linke „scheint zumindest in Teilen fast deckungsgleich zu sein ?!
    Extrem rechts scheint extrem links irgendwie anzuziehen?
    Was war mit Horst Mahler….. RAF Anwalt, jetzt seit Jahrzehnten rechtsextremer Agitator.
    P’s
    Gefahr geht allerdings, aktuell deutlich von Seiten der rechtsextremen aus.

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  2. Und wieder wird das Städtchen Lauterbach, seinen Schlaf weiterführen. Dieses Mal ist es, wie die Jahrzehnte davor nicht die Verantwortlichen der provinzialen Politik, sondern ein paar Bürger, die so dringend benötigten Arbeitsplätze im kargen Vogelsberg verhindern werden.
    Lauterbach, schlaf weiter!!!

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