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Mit klarem Verweis auf die A49Bundesgrüne fordern Moratorium für neue Autobahnen und Bundesstraßen

BERLIN/REGION (o). Spitzenvertreter der Bundesgrünen fordern einen vorläufigen Baustopp für alle neuen Autobahnen und Bundesstraßen. Die Projekte sollen zunächst auf Klimaziele und Wirtschaftlichkeit überprüft werden, heißt es in einem Bericht. Dabei verweist die Partei klar auf das Beispiel der A49.

„Die Planungen für Autobahnen und Bundesstraßen müssen grundsätzlich auf die Einhaltung der Klimaziele, Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit überprüft werden“, zitiert die Süddeutsche Zeitung Anton Hofreiter, den Vorsitzenden der Grünen-Bundestagsfraktion. Mit Blick auf die A49 sagte Hofreiter, dieses Projekt solle die Bundesregierung „jetzt stoppen“.

Ähnlich äußerte sich auch Parteivorsitzende Annalena Baerbock. „Der Weiterbau der A49 ist verkehrspolitisch, umweltpolitisch und klimapolitisch falsch“, sagte sie der SZ. CDU, SPD und FDP hätten die Autobahn über Jahrzehnte vorangetrieben. „Und das in einer Zeit, in der sich die Erderhitzung dramatisch beschleunigt. Deshalb: Der Bund muss den Weiterbau der A49 jetzt stoppen, damit die wertvollen Bäume stehen bleiben können.“

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer von der Union sei der Auftraggeber. Er habe die Fäden in der Hand, die hessische Landesregierung müsse ausführen. Die Grünen regieren mit der CDU gemeinsam in Hessen, ihr Verkehrsminister Tarek Al-Wazir hatte in der Vergangenheit betont, er wolle die Autobahn nicht bauen, müsse aber.

Die Besetzer im Dannenröder Wald griffen den Bericht der SZ auf – und forderten von der Partei, mehr Druck auf ihren Minister in Hessen auszuüben.

Dem Bericht der Süddeutschen Zeitung nach liegen die Prioritäten der deutschen Verkehrsplanung bislang auf dem Straßenverkehr: Das Bundesfernstraßennetz gelte mit 13 000-Autobahn- und 38 000-Bundesstraßenkilometern schon heute als eines „der dichtesten in Europa“. Die Planung des Bundesverkehrsministeriums sehe bis 2030 dennoch rund 80 Neubauprojekte und mehr als 200 Ausbauprojekte allein bei Autobahnen vor.

Auch die Bilanz des vergangenen Jahres zeige, dass die Straße deutlich mehr Aufmerksamkeit bekomme als die Schiene. „Bei Autobahnen wurden 61 Kilometer neu- und 38 Kilometer ausgebaut. Bei Bundesstraßen kamen 122 Kilometer Neu- und zwölf Kilometer Ausbau hinzu. Bei der klimafreundlichen Bahn waren es dagegen nur sechs Kilometer neue Trassen mit neuen Gleisen, und das obwohl diese die Passagierzahl bis 2030 nach Regierungsplänen verdoppeln soll“, heißt es in dem Artikel.

Für diesen Sonntag sind wieder Proteste gegen die A49 angekündigt, sonntags finden zudem immer die so genannten „Waldspaziergänge“ statt. Als prominente Unterstützung hat sich diesmal zudem Luisa Neubauer, eine der bekanntesten Vertreterinnen des deutschen Ablegers von Fridays for Future, angekündigt.

6 Gedanken zu “Bundesgrüne fordern Moratorium für neue Autobahnen und Bundesstraßen

  1. Liebe Bundesgrünen, die A49 dürfte schon älter sein wie die Partei überhaupt.
    Also von neuer Autobahn ist hier wohl nicht die Rede!!!
    Sie muss nur endlich mal fertiggestellt werden.
    Bitte jetzt nicht auf das Brett springen, um Wählerstimmen zu fangen. Der Schuss kann auch nach hinten losgehen!

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  2. Die Grünen haben 20%, Tendenz steigend. Machen Sie sich garkeine Sorgen, über die Aufheizung des Klimas und die Wasserproblematik? Das bißchen gesunde Natur, dass wir noch haben, sollten wir nicht auch noch zerstören. Für unsere Kinder und Enkel sollten wir unsere naturzerstörende Wegwerfgesellschaft verändern. Lärmreduktion und verbesserte Infrastruktur lässt sich auch ohne Naturzerstörung hinbekommen. Deutschland gehört nicht nur den Autofahrern sondern auch denen, die ihre Heimat, die hiesige Flora und Fauna achten und wertschätzen.

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  3. Ok, nur mal so zum Verständnis da wird seit den 1960 Jahren eine Autobahn Geplant und die Damen und Herren von den Umweltverbänden haben zu jedem Planung und Routenvorschlag immer nur ein kategorisches „Nein“.
    Dann wird die jetzige Route der Autobahn durch alle Instanzen geklagt und am eine auch vom höchsten Gericht so abgesegnet.
    Und dann fällt ihnen nichts besseres ein als ein Kompromissvorschlag der schon vor 15 Jahren ,auch von den Grünen in Marburg Maßgeblich ,verhindert wurde.

    Oh, weh welch ein Haufen von scheinheiligen Weltverbesserern.

    Ich hoffe einige von den Baumbesetzern finden demnächst den Weg in den Reinharts Wald wenn dort die Rodungen für die Windkraftanlagen stattfinden. Denn wie Sie ja so oft betonen ist jeder Baum der gefällt wird ein Baum zuviel.

    Aber das ist ja wieder ein ganz anders Thema.

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  4. „Klimaziele, Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit sollen überprüft werden“

    Die A49 ist klimaneutral und aufgrund der Verkehrszählungen notwendig. Sie ist auch wirtschaftlich aufgrund der Mauteinnahmen. Natürlich geht ein Großteil der Kosten auf den Umweltschutz, aber jeder Euro für die Umwelt ist ein guter Euro.

    Dass nun die Sprecher zu einer anderen Auffassung kommen zeigt doch, dass hier Fakten keine Rolle spielen. Es geht nur darum Stimmung zu machen um Stimmen zu sammeln.

    „A49 fertig stellen 30Jahre Moratorium reichen“

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    1. Arbeitest du bei der PR Abteilung der DEGES?

      Eine klimaneutrale Autobahn kann es nicht geben, alleine Teer und Beton sorgen im Sommer fuer einen Temperaturanstieg in der Region. Von den massiven Bauarbeiten mal ganz abgesehen. Und das diese Autobahn zusätzlichen Transitverkehr anziehen wird, sollte auch jedem klar sein.

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