
Modenschau der Auszubildenden im Maßschneiderhandwerk der Max-Eyth-Schule begeistert Publikum mit Zeitreise von 1920 bis 2026Blick auf hundert Jahre Mode: Kreativ, vielfältig und voller Überraschungen
ALSFELD (ol). Die Modenschau der Auszubildenden im Maßschneiderhandwerk der Max-Eyth-Schule in Alsfeld präsentierte kürzlich selbstentworfene Looks von den Anfängen des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Unter dem Motto „Flashback Fashion – History in Motion“ führten die Auszubildenden das Publikum auf eine Zeitreise durch hundert Jahre Modegeschichte. Die Kombination aus handwerklicher Präzision, kreativen Entwürfen, Frisuren und Make-up begeisterte zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Schule und Kultur.
Die Modenschau der Auszubildenden im Maßschneiderhandwerk der Max-Eyth-Schule sorgt in jedem Jahr für Begeisterung: Die selbstentworfenen Looks, die stets einem Thema folgen, zeigen, wie kreativ und handwerklich versiert die jungen Leute sind. Die Ergebnisse ihrer Arbeit interessieren dabei nicht nur die Schulgemeinde, sondern locken viele Menschen an, die sich für Mode und Kunst, Kultur und Handwerk interessieren, so heißt es in der Pressemitteilung der Max-Eyth-Schule.
So freuten sich der Abteilungsleiter und stellvertretende Schulleiter Matthias Schneider und Fachbereichsleiterin Susanne Fricke, mehrmals am Tag eine volle Aula in der Max-Eyth-Schule zu begrüßen, in deren Mitte wieder einmal der Laufsteg die Blicke auf sich zog. Zu den Ehrengästen der Abendveranstaltung am vergangenen Donnerstag gehörten Vertreter der Alsfelder Schulen, Frank Galfe und Christoph Hill als Vertreter des Wirtschaftszweiges Textil in Alsfeld sowie Wolfang Zündel vom Hessischen Rundfunk.
Weitere Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft wurden zur Nachmittagsveranstaltung begrüßt. Susanne Fricke betonte, dass das Schneiderhandwerk im Trend sei – als wachsender Gegenpol zur Fast Fashion. Der Mensch werde – unterstützt von KI – hier stets der maßgebliche Gestalter sein, versprach sie und warb für diese Ausbildung an der Max-Eyth-Schule, die nicht nur die Auszubildenden zu Praktika ins Ausland führen kann, sondern auch im späteren Berufsleben viele Perspektiven vom eigenen Atelier über die Universität bis hin zu den großen Bühnen bietet.
Die Bühne des Abends war der Laufsteg in der Aula, und diese nahmen die Auszubildenden gerne in Beschlag: Mit sehr informativen, witzigen und professionell dargebotenen Moderationen führten die Auszubildenden des dritten Lehrjahres durch den Abend, der das Publikum unter dem Motto „Flashback Fashion – History in Motion – auf eine Zeitreise von Anfang des 20. bis ins 21. Jahrhundert schickte.
Was war wann in Mode? Und was war der gesellschaftliche Hintergrund? Dazu hatten die jungen Maßschneiderinnen und Maßschneider viel recherchiert. Die Elemente der jeweiligen Mode hatten sie in ihre Entwürfe einfließen lassen und in der Praxis gekonnt umgesetzt.
Inspiriert von der Reformmode des frühen 20. Jahrhunderts sowie des Jugendstils und der Mode der „Goldenen Zwanziger“ legten die Kreativen los: Selbstbewusst und mit sichtbarer Freude präsentierten sie mondäne Mode für Partynächte – stilecht mit langer Zigarettenspitze -, Satin und fein gearbeiteten Applikationen. Ihre Liebe zum Detail brach sich in Ziernähten, Faltenwürfen und viel Spitze Bahn; gleichzeitig interpretierten sie auch die geraden Silhouetten dieser Zeit, das Ende der Mieder und die ersten Hosen für die Frauen so zeitgemäß, dass es eine Freude war. Und eine wahre Augenweide. Genauso wie die Frisuren und die Make-Ups, die individuell auf die Mitwirkenden und ihre Mode zugeschnitten waren. Hier konnte die Max-Eyth-Schule auf die Unterstützung der Ateliers „Kopfkultur“ aus Lauterbach und „Alexander“ aus Alsfeld zählen.
In den Zwischenläufen präsentierten die Auszubildenden wie gewohnt klassische Inhalte ihrer Ausbildung wie Westen, Jacken und Mäntel. Auch hier beeindruckten die Maßschneiderinnen und -schneider mit einer ungeheuren Vielfalt – sowohl, was die Schnitte als auch die Auswahl der Stoffe und die Abstimmung mit der eigenen Persönlichkeit betraf. Gerade bei den Mänteln – einem Pflichtstück der Abschlussklasse – sorgten die Ausarbeitungen, die Faltenwürfe und die Passformen für Aufsehen.
Feminine Damenmode, konservative Herrenmode: Vier Looks der Dreißigerjahre standen Pate für diesen Stil, teilweise inspiriert bereits von Hollywood und Stars wie Marlene Dietrich. Wie alle gezeigten Modelle waren auch diese Abend- und Tageskleider sowie die klassischen Herrenschnitte so interpretiert, dass sie auch heute, 2026, tragbar sind.
Die Nachkriegszeit und die aufblühenden Jahre des Wirtschaftswunders brachten Mode, zunächst geprägt vom Mangel und dann von gesellschaftlichem Aufstieg, hervor. Petticoats wirbelten über den Alsfelder Laufsteg, stets begleitet von der passenden Musik, die DJ Chris Mogel aus der Lehrerschaft der Max-Eyth-Schule auflegte.
Über die knalligen 60er- und 70-Jahre – mit ersten Wiedererkennungseffekten im Publikum – gelangten die Kreativen schließlich in die 80er- und 90er-Jahre: Glänzende Stoffe – Ballonseide -, Punkstyle, Schulterpolster und Oversize waren für diesen Abend zurück auf der modischen Bühne.
Präsentiert wurde all das mit viel Spaß, Authentizität und Selbstbewusstsein – die Freude darüber war ganz auf der Seite des Publikums. Wie stets in der Max-Eyth-Schule – Berufliches Gymnasium, Europaschule, Berufsschule mit verschiedenen Fachklassen – wirkten an diesem Abend viele Abteilungen zusammen. Auch der Förderverein unterstützte die Show. Darüber hinaus trug der Abiturjahrgang 2026 mit Cocktails zum feinen Ambiente der Modenschau bei. Als Projekt an der einzige Hessische Europaschule (HES) im Vogelsbergkreis wird die Modenschau vom entsprechenden Landesprogramm finanziell unterstützt.
Auch im nächsten Jahr könnte wieder eine Klasse mit Auszubildenden im Maßschneiderhandwerk starten. Dazu sollte man sich bei Interesse zügig anmelden: Bereits am 24. April ist Bewerbungsschluss. Mehr Informationen dazu findet man unter www.mes-alsfeld.de.
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