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Patrick Krug und Maximilian Ziegler informieren sich über Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des Töpferhandwerks450 Jahre Handwerkstradition: SPD-Vertreter besuchen Töpferei Bauer in Lauterbach

LAUTERBACH (ol). Der SPD-Kreisvorsitzende Patrick Krug und der Landtagsabgeordnete Maximilian Ziegler haben die Töpferei Bauer in Lauterbach besucht. Der Familienbetrieb steht seit 1575 für handgefertigte Keramik aus dem Vogelsberg und beschäftigt heute 13 Mitarbeitende. Im Austausch ging es um die Bedeutung regionaler Wertschöpfung, den zunehmenden Wettbewerbsdruck sowie die schwierige Nachwuchssituation im Töpferhandwerk.

Handwerk, das seit Jahrhunderten besteht und sich dennoch immer wieder neu erfindet: Davon konnten sich der SPD-Kreisvorsitzende Patrick Krug sowie der Landtagsabgeordnete Maximilian Ziegler laut einer Pressemitteilung der SPD Vogelsberg bei ihrem Besuch der Töpferei Bauer in Lauterbach überzeugen. Der Familienbetrieb steht seit 1575 für handgefertigte Keramik aus dem Vogelsberg.

Heute arbeiten 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Betrieb, teils an der Ton-Drehscheibe, teils im Verkauf. Neben dem Geschäft in Lauterbach betreibt die Töpferei einen weiteren Laden in Frankfurt, stellt auf großen internationalen Messen aus, führt einen Keramikgroßhandel, einen Online-Shop sowie einen umfangreichen Marktverkauf. Besonders auf Weihnachtsmärkten ist die handgefertigte Keramik gefragt und findet als regionales Produkt aus Hessen ihren Weg unter die Weihnachtsbäume in ganz Deutschland. In Frankfurt greifen vor allem Touristinnen und Touristen gerne zu – nicht zuletzt wegen des „Made in Germany“-Gedankens mit regionalem Bezug. „Die Töpferei Bauer ist ein echtes Aushängeschild für den Vogelsberg als Heimat mit Zukunft“, betonte Maximilian Ziegler. „Seit Generationen wird hier mit großer handwerklicher Präzision gearbeitet und gleichzeitig zeigt der Betrieb, wie Tradition und moderne Vermarktung zusammengehen können.“

Ein zentrales Thema beim Austausch war die Zukunft des Töpferhandwerks. Der Beruf verliert bundesweit an Bedeutung, unter anderem, weil es nur noch eine Berufsschule in ganz Deutschland gibt. Aktuell bildet der Betrieb keinen Lehrling aus. Gleichzeitig steigt der Druck durch günstigere Industriekeramik, während handgefertigte Produkte mit aufwendiger Bemalung zeit- und arbeitsintensiv bleiben. Leonhard Bauer, dessen symbolische Betriebsübernahme im Zuge der 450 Jahrfeier in diesem Jahr in die Tat umgesetzt werden soll, machte deutlich: „Wir haben uns in unserer langen Geschichte immer an neue Trends angepasst – sei es bei Formen, Farben oder Materialien. Aber echtes Handwerk braucht Zeit, Übung und Wertschätzung. Wenn Menschen bewusst regionale Produkte kaufen, sichern sie nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Wissen, das sonst verloren geht.“

„Gerade solche kleinen und mittelständischen Betriebe dürfen politisch nicht aus dem Blick geraten“, unterstrich Patrick Krug. „Die Töpferei Bauer steht exemplarisch für ein Handwerk, das den Vogelsberg seit Jahrhunderten prägt und mit den richtigen politischen Rahmenbedingungen auch künftig Menschen weit über die Region hinaus begeistern kann. Deshalb wollen wir regionale Wertschöpfung stärken und nachhaltige Entwicklung ermöglichen.“ Neben Produktion und Verkauf versteht sich die Töpferei Bauer auch als Ort der Wissensvermittlung. Unter anderem in Kooperation mit der Jugendherberge werden regelmäßig Töpferkurse für Schülerinnen und Schüler angeboten. Dabei erleben Kinder, wie aus Ton mit Muskelkraft, Fingerspitzengefühl und viel Übung ein eigenes Werkstück entsteht.

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