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Vizepräsident des Deutschen Bundestages würdigt Engagement für jüdisches Leben und ErinnerungskulturBodo Ramelow besucht Erinnerungsstätten im Vogelsberg

Vogelsbergkreis (ol). Bodo Ramelow hat gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Vogelsberger Linken mehrere Erinnerungsstätten im Kreisgebiet besuch. Im Mittelpunkt standen Orte jüdischen Lebens sowie Gedenkstätten zur Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs. Ramelow betonte die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur und dankte den zahlreichen Ehrenamtlichen für ihr Engagement.

Er kam gerne wieder einmal in heimatliche Gefilde und das zu einem Thema, das Bodo Ramelow besonders am Herzen liegt. Dieser Tage besuchte der Vize-Präsident des Deutschen Bundestages mit einer Gruppe der Vogelsberger Linken vier Erinnerungsstätten, die sich mit jüdischem  Leben und der Geschichte des 2. Weltkriegs auseinandersetzen, heißt es in der Pressemitteilung der Partei Die Linke Vogelsbergkreis.

Zum Auftakt der kleinen Vogelsberg-Rundreise mit Kreistagsfraktionsvorsitzendem Dietmar Schnell, der Lauterbacher Bürgermeister-Kandidatin Katharina Jacob und Linken-Vertretern machte Ramelow Station in der Gedenkstätte Speier in Angenrod. Der heutige Ortsteil von Alsfeld hatte um 1860 herum 42 Prozent jüdische Bevölkerung, der zweithöchste Wert in ganz Hessen, wie Joachim Legatis vom Trägerverein der Gedenkstätte sagte. Die Gedenkstätte ist Lernort für Schulklassen und bietet eine Ausstellung und einen Tablet-Rundgang zum Zusammenleben von Christen und Juden in der Region. Dabei geht es um das Wirtschaftsleben, so den Viehhandel und jüdische Kaufleute, sowie um die Vertreibung und Ermordung jüdischer Vogelsberger. Christa Haidu vom Ortsbeirat freute sich über den Besuch Ramelows in der Gedenkstätte.

Eine sehr gut restaurierte ehemalige Synagoge beinhaltet das Kulturhaus Ober-Gleen, nächste Station der Rundfahrt. Dort sprachen Helmut Meß vom Heimatverein und Bürgermeister Christoph Lück davon, wie wichtig das Bewahren von Kulturdenkmälern wie einem alten Synagogenbau und die Erinnerungskultur zum Thema Nationalsozialistische Zeit sind. Ramelow verwies darauf, dass er die Region gut kenne, weil er in Ebsdorfergrund gelebt und in Gießen wie auch Marburg gearbeitet hat. Erinnerungskultur ist ihm wichtig: In Thüringen wird in jedem Jahr eine Veranstaltungsreihe zum jüdischen Leben mit mehreren 100 Terminen organisiert und auch in Franken gebe es eine beachtliche Erinnerungskultur, die mit Koffer-Mahnmalen in vielen Dörfern an die vertriebenen und ermordeten Mitbürger erinnert.

Dritte Station war die ehemalige Synagoge Kestrich, wo Ex-Bürgermeister Dietmar Schlosser eindrucksvoll über die Geschichte der Juden in dem Ort erzählte. Anschließend bestand im Bürgerhaus bei Kaffee und Kuchen die Möglichkeit, mit Ramelow und den Vogelsberger Linken über dies und jenes ins Gespräch zu kommen.

Abschließend besuchte die Gruppe das Muna-Museum in Bermuthshain, wo der Leiter des Museums, Carsten Eigner, sowie die Vorstandsmitglieder des Trägervereins, Jürgen Löffler-Wegwerth und Daniela Schwarzhaupt das sehr gelungene funkelnagelneue Diorama zeigten und mit einem schier unerschöpflichen Wissen aus der Geschichte der Luftmunitionsanstalt berichteten. Bodo Ramelow und Dietmar Schnell waren sich am Ende einig: „Es war eine bewegende Tour. Wir danken den vielen Ehrenamtlichen die sich da so intensiv kümmern. Das war sehr beeindruckend!“

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