
Austausch mit Erstem Kreisbeigeordneten Patrick Krug über Herausforderungen und PerspektivenPflege vor Ort stärken: SPD Grebenhain besucht Pflegedienst Kalinka
GREBENHAIN (ol). Vertreter der SPD Grebenhain haben gemeinsam mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Patrick Krug den Pflegedienst Kalinka in Grebenhain besucht. Im Mittelpunkt standen die angespannte Versorgungslage, Kritik an bürokratischen Vorgaben sowie die Bedeutung von Ausbildung und regionaler Vernetzung im Pflegebereich.
Wie steht es um die pflegerische Versorgung in Grebenhain und wo drückt der Schuh an der Basis? Um diese Fragen zu erörtern, besuchten Vertreter der SPD Grebenhain gemeinsam mit dem Ersten Kreisbeigeordneten des Vogelsbergkreises, Patrick Krug, den Pflegedienst Kalinka in Grebenhain. Im Austausch mit der Geschäftsleitung und Iris Niggenaber, Schmerztherapeutin in Grebenhain, wurde deutlich: Die Pflege ist ein zentraler Pfeiler der Daseinsvorsorge, steht aber vor großen Herausforderungen, so heißt es in der Pressemitteilung der SPD Grebenhain.
Beeindruckende Versorgungsleistung in der Region
Mit knapp 50 Mitarbeitenden versorgt der Pflegedienst Kalinka rund 320 Patienten in einem weiten Umkreis, der von Grebenhain und Freiensteinau bis nach Wächtersbach und Schlüchtern reicht. Hinzu kommen Beratungsgespräche und Kontrollbesuche bei etwa 800 Personen. Ein besonderes Standbein ist die Tagespflege mit 15 Plätzen, die von Montag bis Freitag ein wichtiges Entlastungsangebot für pflegende Angehörige darstellt.
Trotz dieses Engagements ist der Bedarf kaum zu decken: In der ambulanten Pflege, in der rund 300 Personen betreut werden, gibt es bereits Wartelisten. „Dass wir hier über Wartelisten in der Pflege sprechen müssen, zeigt, wie systemrelevant diese Arbeit für unseren Zusammenhalt ist“, betonte Patrick Krug während des Rundgangs.
Kritik an Bürokratie und „Pflegefremden Leistungen“
Im Fachgespräch kam deutliche Kritik am aktuellen System der Pflegegrade auf. Insbesondere der Pflegegrad 1 bereitet Sorgen: Die dort geforderten Tätigkeiten ähneln oft eher einer hauswirtschaftlichen Hilfe oder Reinigungstätigkeit. Der Pflegedienst wies darauf hin, dass hier wertvolle Fachkraft-Ressourcen für eigentlich pflegefremde Leistungen gebunden werden. Hier brauche es flexiblere Lösungen, um die eigentliche Pflege am Menschen zu entlasten.
Ein weiteres Warnsignal: Die Einsamkeit im Alter nimmt auch in der Region spürbar zu. Hauptgrund hierfür ist oft die fehlende Mobilität, die Menschen in ihren Häusern isoliert und eine veränderte Wohnsituation – so nehmen generationenübergreifende Haushalte auch bei uns in der Region ab.
Ausbildung und Vernetzung als Schlüssel
Positive Nachrichten gab es vom Nachwuchs: Die Befürchtungen, dass die generalistische Ausbildung (Zusammenlegung von Alten- und Krankenpflege) zu einer Abwanderung aus der Altenpflege führen würde, haben sich nicht bewahrheitet. Auffallend sei zudem die hohe Zahl an Quereinsteigern, die den Weg in den Pflegeberuf finden.
Im direkten Austausch über diese Herausforderungen machten die Vertreter der SPD Grebenhain deutlich, wo sie politisch ansetzen wollen. Man wolle sich künftig verstärkt dafür einsetzen, die verschiedenen Gesundheitsdienstleister innerhalb der Gemeinde noch enger miteinander zu vernetzen, um die Wege für die Patienten kurz zu halten und die Anbieter zu entlasten. In diesem Zusammenhang wolle man auch das lokale Gewerbeforum unterstützen, um wieder neue Impulse für die gesamte heimische Wirtschaft auf die Beine zu stellen. Einig war man sich in der Runde zudem, dass die Auszubildendenförderung erneuert werden müsse, um den Pflegeberuf in der Region für junge Menschen und Quereinsteiger dauerhaft attraktiv zu gestalten.
Abgerundet wurde der Besuch in den Räumlichkeiten über dem Pflegedienst, wo Iris Niggenaber Einblicke in ihr Angebot für Rehasport und Schmerztherapie (nach Liebscher & Bracht) gab. Besonders das „Waldbaden“ habe sich als Magnet erwiesen, der sogar viele Menschen von außerhalb in den Vogelsberg lockt .„Die Kombination aus hochprofessioneller Pflege und präventiven Gesundheitsangeboten, wie wir sie hier in Grebenhain vorfinden, ist ein wertvoller Schatz für unsere Gemeinde“, resümierten die Vertreter der SPD.
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