
98-jährige Seniorin und ihr Sohn reagieren besonnen – Polizei verhindert möglichen VermögensschadenVersuchter Trickbetrug in Heidelbach vereitelt
HEIDELBACH (ol). In Alsfeld-Heidelbach haben Unbekannte versucht, eine 98-jährige Frau mit der Masche eines falschen Polizeianrufs zu betrügen. Durch umsichtiges Verhalten der Seniorin und das schnelle Eingreifen ihres Sohnes konnte der Betrug verhindert werden. Die angekündigten „Abholer“ erschienen trotz Observation nicht. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Trickbetrugs.
Am Mittwochnachmittag erhielt eine 98-jährige Bewohnerin aus Alsfeld-Heidelbach einen Anruf einer angeblichen „Polizeistation Alsfeld“, das berichtet das DRK Alsfeld in einer Pressemitteilung. Die Anruferin teilte der Seniorin mit, dass es in der vergangenen Nacht mehrere Einbrüche in unmittelbarer Nähe ihrer Wohnung gegeben habe. Zwei Täter seien bereits festgenommen worden, drei weitere befänden sich noch auf der Flucht und hielten sich vermutlich weiterhin im Ortsbereich auf.
Unter dem Vorwand weiterer drohender Einbrüche erkundigte sich die angebliche Polizeibeamtin, ob sich Schmuck, Bargeld oder andere Wertgegenstände in der Wohnung der Seniorin befänden. Die 98-Jährige reagierte umsichtig und erklärte, dass ihr Sohn, der ebenfalls in Heidelbach wohnt, für solche Angelegenheiten zuständig sei.
Unmittelbar nach dem Gespräch informierte sie – sichtlich aufgelöst – ihren Sohn über den Vorfall. Noch während er sich auf den Weg zu seiner Mutter machen wollte, erhielt auch er einen Anruf. Eine weibliche Stimme stellte sich ebenfalls als Angehörige der Polizei vor und fragte, ob er der Sohn der angerufenen Dame sei. Nachdem er dies bestätigt hatte, schilderte sie ihm identisch die angebliche Einbruchserie in der Nähe der Wohnung seiner Mutter.
Anschließend erkundigte sich die Anruferin gezielt nach Wertgegenständen im Haus. Der Sohn bestätigte, dass sich dort Familienschmuck und Goldmünzen befänden, und äußerte seine Sorge um die Sicherheit seiner Mutter. Daraufhin schlug die vermeintliche Polizeibeamtin vor, die Wertgegenstände kurzfristig an Polizeibeamte zu übergeben, um sie „in Sicherheit“ zu bringen. Auf Nachfrage erklärte der Sohn, er könne in etwa 20 Minuten bei seiner Mutter eintreffen und die Gegenstände übergeben.
Diese Zeit nutzte er jedoch, um umgehend die tatsächliche Polizeidienststelle zu verständigen. Aufgrund der örtlichen Zuständigkeiten wurde sein Notruf zunächst in den Schwalm-Eder-Kreis weitergeleitet, anschließend nach Fulda und schließlich an die zuständige Polizeidienststelle in Alsfeld vermittelt.
Mit einer kleinen Holzschatulle, gefüllt mit wertlosem Schmuck, begab sich der Sohn zum Haus seiner Mutter. Dort berichtete die Seniorin, dass die Anrufer erneut Kontakt aufgenommen und sich nach seinem Eintreffen erkundigt hätten. Die 98-Jährige stand weiterhin unter erheblichem Schock und zitterte am ganzen Körper.
Zwischenzeitlich hatten mehrere Zivilstreifen der Polizei das Wohnhaus observiert. Die angekündigten „Abholer“ erschienen jedoch nicht. Nach rund einer Stunde wurde der Einsatz beendet und eine Strafanzeige wegen versuchten Trickbetrugs aufgenommen.
Ob die Täter den verdeckten Polizeieinsatz bemerkten oder den Betrugsversuch aus anderen Gründen abbrachen, bleibt unklar. Fest steht jedoch, dass durch das besonnene Verhalten der Seniorin, die schnelle Reaktion ihres Sohnes sowie das professionelle Einschreiten der Polizei ein möglicher Vermögensschaden verhindert werden konnte.
Die Angehörigen bedankten sich ausdrücklich bei den eingesetzten Beamtinnen und Beamten für deren umsichtigen und engagierten Einsatz. Trotz des bedauerlichen Umstands, dass die Täter unerkannt entkamen, konnte ein finanzieller Schaden erfolgreich abgewendet werden.
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