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Der stellvertretende Bundestagspräsident und frühere Ministerpräsident Thüringens nimmt an einer historisch-politischen Veranstaltungsreihe der Linken teil.Bodo Ramelow besucht Vogelsberg: Tour auf den Spuren des Judentums

VOGELSBERGKREIS (ol). Am Montag, den 22. Februar, wird Bodo Ramelow von 14 bis 18 Uhr im Vogelsberg zu Gast sein. Gemeinsam mit Dietmar Schnell führt er eine Tour auf den Spuren des Judentums durch, die Gedenkorte und ehemalige Synagogen in Alsfeld-Angenrod, Kirtorf-Ober-Gleen und Feldatal-Kestrich umfasst. Den Abschluss bildet ein Besuch des Munamuseums in Grebenhain-Bermuthshain, wo die Geschichte der Luftwaffenmunitionsanstalt vermittelt wird.

Der stellvertretende Bundestagspräsident und ehemalige Ministerpräsident Thüringens, Bodo Ramelow, wird am 22. Februar von 14 bis 18 Uhr bei der Linken im Vogelsberg zu Gast sein. Dietmar Schnell, derzeit Fraktionsvorsitzender im Kreistag, hat hierzu eine Tour auf den Spuren des Judentums im Vogelsberg ausgearbeitet. Sie beginnt um 14 Uhr im Haus Speier in Alsfeld-Angenrod, ein Gedenkort, an dem die letzten Angenröder Jüdinnen und Juden, die einst 40 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner des Dorfes gestellt hatten, gefangen gehalten wurden bevor man sie 1942 deportierte. Joachim Legatis vom Förderverein zur Geschichte des Judentums im Vogelsberg wird den Besucherinnen und Besuchern erläutern, wie es dazu kam, dass das Haus heute Gedenkstätte und Lernort ist und an die ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohner erinnern, heißt es in der Pressemitteilung von Die Linke Vogelsberg.

Zweites Ziel ist die ehemalige Synagoge in Kirtorf-Ober-Gleen (angepeilt 14.45 Uhr), die während des Novemberpogroms 1938 geschändet und verwüstet worden war und in den Jahren 2013 bis 2017 durch die Stadt Kirtorf saniert und in Teilbereichen rekonstruiert wurde. Der Vorsitzende des Heimatvereins der Stadt Kirtorf, Helmut Meß, wird das heute als Kulturhaus genutzte Gebäude mit der von Konrad Rüssel zusammengestellten Dauerausstellung „Selbstporträts jüdischer Künstler“ vorstellen.

Als Drittes steht die ehemalige Synagoge Feldatal-Kestrich (15.30 Uhr) auf dem Besuchsprogramm. Der frühere Feldataler Bürgermeister Dietmar Schlosser, Vorsitzender des Vereins Historisches Feldatal, wird die wechselvolle Geschichte der kleinen Landsynagoge erläutern. Anschließend sind alle Interessierten zu einem Kaffeetrinken im Dorfgemeinschaftshaus Kestrich eingeladen.

Letzte Station wird das Munamuseum in Grebenhain-Bermuthshain (ca. 17 Uhr) sein. Der Vorsitzende des Fördervereins wird durch die Ausstellung führen und über die Luftwaffenmunitionsanstalt berichten, wo unter den Nazis zunächst dienstverpflichtete deutsche Frauen und ältere Männer, später auch viele Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter für die Kriegswaffenproduktion schuften mussten.

„Interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger sind herzlich eingeladen, an der gesamten Tour oder an einzelnen Orten teilzunehmen. Am Rande werden sich auch Möglichkeiten zum Gespräch mit Bodo Ramelow und den Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der Linken für den Kreistag ergeben“, erklärt Dietmar Schnell abschließend.

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