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Provokation und Ironie im Mittelpunkt – 21 Kandidaten aus 9 Städten und GemeindenSatire mit Kalkül: Die PARTEI stellt Wahlprogramm im Vogelsberg vor

VOGELSBERGKREIS (ol). Die PARTEI hat ihr Wahlprogramm für den Vogelsbergkreis vorgestellt. Spitzenkandidat Dominik Haas präsentierte ein satirisches Papier, das mit Übertreibungen auf politische Konflikte aufmerksam machen will. Thematische Schwerpunkte sind unter anderem Wolfspolitik, Verkehr, Jugendförderung, Leerstand, Klimaschutz und Antifaschismus. Mit einer Liste aus 21 Kandidatinnen und Kandidaten aus neun Kommunen möchte die Partei satirische Akzente im gesamten Landkreis setzen.

Mit einem Programm, das gleichermaßen provoziert wie parodiert, ist Die PARTEI in den Wahlkampf im Vogelsberg gestartet, heißt es in der Pressemitteilung der Partei. Präsentiert wurde das Wahlprogramm von Spitzenkandidat Dominik Haas, der deutlich machte, dass es sich um politische Satire mit klarer Stoßrichtung handelt. Übertreibung dient dabei als Mittel, um auf reale Konflikte und Missstände aufmerksam zu machen.

Die Liste der PARTEI umfasst 21 Kandidatinnen und Kandidaten aus neun Städten und Gemeinden des gesamten Landkreises. Damit wolle die Partei zeigen, dass Satire kein Nischenprojekt sei, sondern im gesamten Vogelsberg verankert ist.

Im Mittelpunkt des Programms steht eine zugespitzte Wolfspolitik unter dem Slogan „No wolves anymore“. Hintergrund sind die anhaltenden Debatten um Wolfsrisse und den Schutz von Weidetieren. Die PARTEI erklärt den Schutz der Schafe zur „Staatsaufgabe“ und karikiert politische Untätigkeit mit der Forderung, Schafe notfalls „aufzurüsten“. Ergänzt wird das Szenario durch eine fiktive Bürgerwehr aus aggressiven Ziegen mit dem Codenamen „Bockbuster“.

Auch in der Verkehrspolitik setzt Die PARTEI auf Zuspitzung: Autos sollen vollständig abgeschafft und durch „Hyperloop-Schubkarren“ ersetzt werden – satirischer Kommentar zur Verkehrswende und zur Dominanz des Autoverkehrs im ländlichen Raum.

Weitere thematische Schwerpunkte sind Jugendförderung, Wohnraumpolitik, Landwirtschaft, Klimaschutz und Antifaschismus. Dabei nutzt Die PARTEI bewusst überzeichnete Forderungen und groteske Bilder, um auf Missstände hinzuweisen. Unter anderem werden Leistungsdruck, Arbeitszwang und Reformrhetorik im Bildungsbereich parodiert, Leerstand zu Erlebnisorten umfunktioniert und Apfelwein als Leitkultur der Landwirtschaft ausgerufen. Rechtsextremismus soll satirisch öffentlich bloßgestellt werden.

Mit der Forderung nach Auflösung des Vogelsbergkreises kombiniert die Partei Bürokratieabbau mit kultureller Förderung.

Das Wahlprogramm von Die PARTEI ist weniger ein realpolitischer Fahrplan als ein satirischer Kommentar auf lokale und überregionale Politik. Mit drastischen Bildern, Ironie und bewusstem Tabubruch will die Partei Aufmerksamkeit erzeugen und politische Debatten anstoßen. Ob dies über den Unterhaltungswert hinaus Wählerinnen und Wähler erreicht, wird sich im weiteren Verlauf des Wahlkampfs zeigen.

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