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Ein Überblick für den Altkreis AlsfeldDas sind die Parteien, Listen und Kandidaten der Kommunalwahl

VOGELSBERG (-) Gut 84.000 Vogelsberger können sich laut dem Statistischen Landesamt am 15. März an den Kommunalwahlen beteiligen. Anmeldefrist und Zulassung der Wahlausschüsse sind rum, so dass feststeht, welche Parteien und Wählervereinigungen, welche Kandidatinnen und Kandidaten wählbar sind. Wir haben nachgefragt und geben einen Überblick für den Altkreis Alsfeld. In Alsfeld gibt es eine große Neuheit,aber nicht nur dort.

Gewählt wird nach dem Prinzip des Kummulierens und Panaschierens. Das heißt, Wähler können ihre Stimmen auf Kandidaten verteilen oder auf Parteien konzentrieren – oder beides. Es lohnt sich daher, die Liste der Bewerber genau durchzulesen.

Die Wahl in Antrifftal

Mit einer Besonderheit wird auch wieder in Antriffttal gewählt, denn in der kleinen Gemeinde am Katzenberg stehen keine Parteien zur Wahl. Dort schickt jedes Dorf eine Wählergemeinschaft in die Gemeindevertretung, für die eine Reihe Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl stehen. Die jetzt bestätigten Listen sind: Freie Wähler Ruhlkirchen – FWR / Bürgerliste Ohmes – BLO / Freie Wähler Seibelsdorf – FWS / Wählergemeinschaft Vockenrod – WGV / Wählergemeinschaft Bernsburg – WGB.

Die Wahl in Kirtorf

In Kirtorf, wo es seit der vergangenen Kommunalwahl einen Wechsel im Rathaus gegeben hat – neuer Bürgermeister ist Christoph Lück – bewerben sich wieder zwei Gruppierungen um die Wählerstimmen:

Es treten an: die FWG/CDU – Freie Wählergemeinschaft/Christlich Demokratische Union Kirtorf und die SPD/UWL – Sozialdemokratische Partei Deutschlands/Unabhängige Wählerliste. Dabei hält die erste Gruppierung klar die Mehrheit, wie die Ergebnisse der Wahl von 2021 zeigt. Da holten FWG/CDU 68,11 Prozent der Stimmen. SPD/UWL kamen auf   31,89 Prozent.

Die Wahl in Homberg/Ohm

Neu in Homberg/Ohm ist, dass die FWG und  CDU mit einer gemeinsamen Liste antreten. Dazu kommt die Ökoliste als eine Abspaltung von den Grünen aus der laufenden Wahlperiode. Heißt: Die Ökoliste tritt nun zum ersten Mal mit neuer Liste selbständig an. Erstmals dabei ist auch die AFD.

Zu wählen sind die SPD,. die Wählergemeinschaft CDU/Freie Wähler, Bündnis 90/Die Grünen, das Demokratische Bürgerforum, die Ökologische Liste Homberg, die AfD.

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Das Kumulieren und Panaschieren

Bei der Kommunalwahl 2026 können Wählerinnen und Wähler ihre Stimmen differenziert vergeben. Das hessische Kommunalwahlrecht erlaubt sowohl das Kumulieren als auch das Panaschieren.
Jede wahlberechtigte Person verfügt über so viele Stimmen, wie Sitze im jeweiligen kommunalen Gremium zu vergeben sind, etwa in der Gemeindevertretung oder im Kreistag. Diese Stimmen können frei auf Kandidatinnen und Kandidaten verteilt werden.

Beim Kumulieren besteht die Möglichkeit, einer einzelnen Person bis zu drei Stimmen zu geben. Auf diese Weise können bestimmte Bewerber gezielt stärker unterstützt werden.

Das Panaschieren erlaubt es, Stimmen auf Kandidatinnen und Kandidaten verschiedener Wahlvorschläge zu verteilen. Wähler sind damit nicht an eine einzelne Liste oder Partei gebunden. Beide Verfahren können miteinander kombiniert werden, solange die insgesamt verfügbare Stimmenzahl nicht überschritten wird. 

Alternativ kann auch eine komplette Liste gewählt werden, indem ein Listenkreuz gesetzt wird. In diesem Fall werden die Stimmen entsprechend der vorgegebenen Reihenfolge der Kandidaten auf der Liste verteilt. Einzelne Personen können dabei gestrichen werden; sie erhalten dann keine Stimmen. (Quelle: Landeswahlleiter Hessen / wahlen.hessen.de)

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Die Wahl in Gemünden

In der Gemeinde Gemünden ist die Zahl der kandidierenden Listen wie gewohnt kürzer. Auch dort dominieren die freien Wählerlisten. Es treten wie schon 2021 an die BGG (Bürgergemeinschaft Gemünden), UBL (Unabhängige Bürgerliste) und die SPD.

Favorisiert ist nach dem Ergebnis von 2021 die BGG, die rund 42 Prozent der Stimmen holte – vor der UBL mit 34 und der SPD mit 24 Prozent.

Die Wahl in Feldatal

Auch in der Gemeinde Feldatal haben die Wählergemeinschaften längst die etablierten politischen Parteien abgelöst. Zur Wahl, so ist auf der Website nachlesbar, stehen bei der neuen Wahl die Bürgerliste mit der jetzigen Fraktionsvorsitzenden Patricia. Klein auf dem ersten Platz der Liste. Und die Wählergemeinschaft, die auch eine Frau an erster Stelle hat: Monika Becker aus Windhausen. Es wird spannend, wo die Führung am Ende liegen wird, denn beide Wahlgruppen sind aktuell fast gleichauf in der Gemeindevertretung vertreten.

Die Wahl in Schwalmtal

Ganz anders wiederum in der benachbarten Gemeinde Schwalmtal: Dort haben sich mit der SPD und den Grünen noch zwei bundesweit vertretende Parteien als Kandidaten behaupten können – neben der aktuell dominierenden Bürgerliste Schwalmtal. In Schwalmtal tritt auch die AfD wieder zur Wahl an, die bislang einen Sitz in der Gemeindevertretung inne hatte.

Die Wahl in Grebenau

Die Wahl unter vier Listen haben auch die Einwohner des Gründchens wieder bei der anstehenden Wahl. Das sind mit der CDU und SPD zwei Parteien, dazu kommen die Freien Wähler Gründchen, die in der aktuellen Stadtverordnetenversammlung deutlich die Mehrheit haben, und die Gründchen Liste. Alle vier waren schon 2021 dabei gewesen, nicht mehr im Rennen ist die Neue Mitte Grebenau, die 2021 angetreten war, aber keinen Sitz erringen konnte.

Die Wahl in Romrod

In Romrod stehen wieder zwei Gruppierungen zur Wahl. Das ist einmal die Gemeinschaftsliste von CDU/FWG, der die Liste der SPD gegenüber steht. CDU/FWG dominiert unter der Leitung dreier Frauen: Christiane Schlitt (CDU/FWG) ist Stadtverordnetenvorsteherin, ihre Stellvertreterinnen sind Sigrid Nebel (SPD) und Katharina Kornmann 8CDU/FWG). Neue Parteien oder Wählergruppierungen, die erstmals zur Wahl der Stadtverordnetenversammlung antreten, gibt es nicht.

Die Wahl in Alsfeld

Im Alsfelder Stadtparlament geht eine 20-jährige Ära zu Ende. An Stelle der ALA, die 2006 statt der Grünen antrat, weil sie seinerzeit deren politisches Spektrum erweiterte, erscheint jetzt wieder der frühere Parteiname Bündnis90/Die Grünen.

Die Alternative Liste Alsfeld hatte lange unter der Führung des verstorbenen Stadtverordneten Michael Riese im Stadtparlament gearbeitet, aber offenbar keine stabile Führung mehr finden können. Kerstin Dietrich, ebenso eine langjährige Konstante der Fraktion, steht wie Walter Windisch-Laube für die neue Wahl nicht mehr auf der Liste der Kandidatinnen und Kandidaten. Sie hatte zuletzt die Fraktion geleitet.

Mit bewährten Kandidaten sind aber wieder die derzeit deutlich führende CDU-Fraktion, die SPD und die UWA am Start.  Eines fällt übrigens bei der Durchsicht der Kandidatenlisten in Alsfeld auf: Kaum ein Geburtsdatum liegt nach dem Jahr 2000, ein Großteil sogar noch vor dem Jahr 1970.

von Axel Pries

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