
Beschleunigung, mehr Zuverlässigkeit und bessere Vernetzung sollen Bahn zur echten Auto-Alternative machenGrüne Vogelsberg fordern umfassende Modernisierung der Vogelsbergbahn
VOGELSBERGKREIS (ol). Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Vogelsbergkreis fordert ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Modernisierung der Vogelsbergbahn. Ziel sind kürzere Fahrzeiten, höhere Zuverlässigkeit und eine bessere Verknüpfung mit Bus- und On-Demand-Angeboten. Investitionen in Infrastruktur, moderne Fahrzeuge und digitale Systeme sollen die Bahn als Rückgrat klimafreundlicher Mobilität stärken. Die Grünen drängen dabei auch auf eine stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes.
Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Vogelsbergkreis fordert ein umfassendes Maßnahmenprogramm zur Modernisierung der Vogelsbergbahn. Ziel sei es, die Bahnverbindung spürbar zu beschleunigen, ihre Zuverlässigkeit deutlich zu erhöhen und sie konsequent mit Bus- und On-Demand-Angeboten zu vernetzen. Dazu gehören aus Sicht der Grünen Investitionen in moderne Signal- und Stellwerkstechnik und betriebliche Infrastruktur, zusätzliche Ausweich- und Wendepunkte sowie der Einsatz leistungsfähiger, perspektivisch batterieelektrischer Fahrzeuge, wie die Fraktion in einer Pressemitteilung berichtet. Ergänzend sollen Haltepunkte optimiert werden, ohne Takt und Anschlüsse zu gefährden. Die Grünen sehen sich dabei durchaus als Partner der ‘Vogelsberger SPD und auch dem RMV-Vorstand, die kürzlich auf einer Wahlveranstaltung in Mücke ähnliche Forderungen gestellt haben.
„Die Vogelsbergbahn ist das Rückgrat einer klimafreundlichen Mobilität im Kreis. Wer echte Alternativen zum Auto schaffen will, muss Fahrzeiten senken, Verspätungen reduzieren und Umstiege zuverlässig machen. Genau dafür brauchen wir ein abgestimmtes Beschleunigungsprogramm“, erklärt Dr. Udo Ornik, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag.
Konkret fordern die Grünen die Modernisierung von Signaltechnik sowie der Stellwerks- und Betriebsinfrastruktur, um störanfällige Engpässe zu beseitigen und die Fahrzeiten zu verkürzen. Zudem sollen mehr Ausweich- und Kreuzungsmöglichkeiten sowie klar definierte Wendepunkte geschaffen werden, damit der Takt stabil bleibt und sich Verspätungen nicht durch das gesamte System fortpflanzen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz leistungsfähigerer, perspektivisch batterieelektrischer Triebzüge, die insbesondere bei häufigen Halten spürbare Beschleunigungsgewinne ermöglichen. Darüber hinaus sprechen sich die Grünen für eine Optimierung der Haltepunkte, beispielsweise von Schnellbussen, nach Nachfrage- und Vernetzungskriterien aus, die mit passenden Zubringerlösungen verbunden sein sollen, um die Erreichbarkeit der Fläche weiterhin sicherzustellen. Ergänzend sollen Kostensenkungen im Betrieb durch optimierte Umläufe, energieeffizientes Fahren, gebündelte Beschaffung sowie perspektivisch durch den Einsatz autonomer Fahrzeuge erreicht werden.
Für die Grünen ist die Vogelsbergbahn zugleich der Schlüssel für ein verlässliches Mobilitätsnetz im ländlichen Raum. Dazu brauche es Verkehrshubs und klare Taktknoten, an denen Bahn, Bus, Schnellbuslinien und On-Demand-Verkehre so ineinandergreifen, dass eine Reisekette „wie aus einem Guss“ entsteht.
„Wir müssen Mobilität vom Alltag her denken: Wer zur Arbeit, zur Schule, zum Arzt oder zum Ehrenamt unterwegs ist, braucht sichere Anschlüsse und einfache Buchung. Deshalb gehören Bahn, Bus und On-Demand in ein integriertes System – mit starken Knoten und guter Echtzeitinformation“, sagt Cornelia Bothe, Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen.
Gerade für Lauterbach und das Umland sehen die Grünen große Chancen, wenn die Vogelsbergbahn schneller und stabiler wird und regionale Schnellbusse sowie On-Demand-Angebote die Bahnhöfe als Hubs (Verteilstationen) anfahren.
„Für Lauterbach geht es um Standortqualität: Eine verlässliche und schnelle Vogelsbergbahn stärkt Pendlerinnen und Pendler, bringt den Einzelhandel und die Innenstadt voran und macht unsere Region attraktiver – auch für Fachkräfte. Das ist konkrete Politik für Lebensqualität“, betont Daniel Schmidt, Bürgermeisterkandidat in Lauterbach.
Die Grünen kündigen an, auf Kreisebene sowie gegenüber ZOV/OVAG, Land und Bund konkrete Initiativen anzustoßen: Ziel ist ein priorisiertes Maßnahmenpaket für die Vogelsbergbahn, ein transparentes Controlling mit Kennzahlen zu Pünktlichkeit, Anschlussqualität und Reisezeiten sowie eine klare Förder- und Investitionsstrategie. Parallel soll die digitale Integration von Buchungs- und Informationssystemen vorangetrieben und durch KI-Anwendungen – etwa zur Nachfrageprognose und zur Einsatz- und Umlaufplanung – wirksam unterstützt werden. „Natürlich kostet das Geld. Aber die Wahrheit ist: Die Schiene wurde auf Bundesebene über Jahre kaputtgespart – das sehen wir heute an veralteten Netzstrukturen und fehlender Modernisierung. Wenn wir die Vogelsbergbahn leistungsfähig machen wollen, muss der Bund jetzt einen deutlich größeren Anteil der Finanzierung übernehmen“, betont Dr. Udo Ornik. Zudem müsse die OVAG ihre Möglichkeiten zur Mitfinanzierung des ÖPNV konsequent ausschöpfen: Dazu zählen der Ausbau bestehender Geschäftsfelder wie Schnellladeinfrastruktur und Wärmemarkt sowie mehr Tempo und Ertrag beim Ausbau von Windkraft und Photovoltaik.
Auch interessant:



Schreibe einen Kommentar
Bitte logge Dich ein, um als registrierter Leser zu kommentieren.
Einloggen Anonym kommentieren