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Silvesterwanderung führt durch historische Kelleranlagen und verbindet Stadtgeschichte mit politischem Austausch.Auf Spurensuche unter der Stadt: SPD Lauterbach blickt zum Jahresende in die Gewölbekeller

LAUTERBACH (ol). Die SPD Lauterbach verabschiedete das Jahr 2025 mit einer besonderen Silvesterwanderung durch die historischen Gewölbekeller der Stadt. Aufgrund des großen Interesses wurden zwei Gruppen gebildet, die sowohl ober- als auch unterirdische Einblicke erhielten. Neben spannenden Informationen zur Stadt- und Industriegeschichte standen auch aktuelle kommunalpolitische Themen im Fokus.

Mit einem außergewöhnlichen Blick unter die Oberfläche der Stadt verabschiedete die Lauterbacher SPD das Jahr 2025. Zur traditionellen Silvesterwanderung am 31. Dezember hatte der Ortsverein diesmal zu einer besonderen Entdeckungstour eingeladen: einer Führung durch die historischen Gewölbekeller von Lauterbach, das berichtet der Ortsverband in einer Pressemitteilung.

Das Interesse an dem kulturellen Angebot war so groß, dass die Teilnehmenden in zwei Gruppen aufgeteilt werden mussten. Während die erste Gruppe kurz nach 10 Uhr unter der fachkundigen Leitung von Gästeführer Michael Lünzer direkt in die Kelleranlagen unter dem heutigen Posthotel Johannesberg hinabstieg, unternahm die zweite Gruppe zunächst mit Claudia Blum einen Rundgang über den Lauterbacher Friedhof. Dort standen verschiedene Bestattungsformen sowie besonders sehenswerte Grabmale im Mittelpunkt, bevor auch diese Gruppe um 11 Uhr in die Unterwelt der Stadt eintauchte.

Foto: Claudia Blum

Und der Abstieg lohnte sich: Mit großer Sachkenntnis und lebendiger Erzählweise verstand es Michael Lünzer, die Geschichte der weitläufigen Kelleranlagen eindrucksvoll zu vermitteln. Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich sichtlich beeindruckt von der Größe der Gewölbe der ehemaligen Krömmelbeinschen Brauerei unter dem Johannesberg. Besonders der noch erhaltene Stollen, durch den einst Bierfässer gerollt wurden, sowie mächtige Felsformationen und die vorhandene Quelle sorgten für Staunen.

Historisch verortet sind die Anlagen im frühen 19. Jahrhundert: Nachdem das städtische Schank- und Braumonopol Anfang der 1820er Jahre gefallen war, konnten Privatbrauereien entstehen. Georg Caspar Krömmelbein errichtete seine Brauerei in der Bahnhofstraße – im Gebäude des heutigen Posthotels Johannesberg. Die oberirdischen Bauten bilden noch heute das Erdgeschoss der Gaststätte. Ein Flaschenzug ermöglichte damals den Transport der Bierfässer durch einen Schacht in den darunterliegenden Felsenkeller. Hangseitig zur Lauter hin entstanden weitere Brauereigebäude mit zusätzlichen Gewölbekellern.

1897 wurde der Brauereibetrieb aufgegeben, die Gebäude dienten fortan als städtischer Schlachthof. Nach dessen Schließung wurden ab 1997 große Teile der Anlage abgerissen; zahlreiche Kellerbereiche und unterirdische Säle sind heute verschüttet. Dennoch hinterlassen die verbliebenen Reste der einst mächtigen Anlage – darunter ein bis zu 14 Meter hoher Schacht – einen nachhaltigen Eindruck.

Foto: Claudia Blum

Wie angekündigt bot die rund einstündige Führung spannende und anschauliche Einblicke in die regionale Industrie- und Stadtgeschichte. Den gelungenen Abschluss bildete ein gemeinsames Essen im Johannesberg, das – wie von den Gästen betont – in gewohnt hervorragender Qualität serviert wurde.

Im geselligen Teil der Veranstaltung nutzte Fraktionsvorsitzender Timo Karl die Gelegenheit, über die aktuelle Fraktionsarbeit zu berichten. Dabei hob er insbesondere die Chancen hervor, die sich für Lauterbach durch das Integrierte Stadtentwicklungskonzept ISEK und das Dorfentwicklungsprogramm KEK ergeben. Ortsvereinsvorsitzender Frederik Frimmel informierte über den Stand des Wahlkampfes und rief die Anwesenden zur aktiven Unterstützung auf. Er betonte die Qualitäten des Bürgermeisterkandidaten Daniel Schmidt und unterstrich die Bedeutung einer starken Unterstützung durch die SPD. Zugleich gelte es, die eigenen politischen Ziele klar zu kommunizieren und um Vertrauen und Stimmen zu werben.

Zum Abschluss dankten Karl und Frimmel allen Anwesenden für die Teilnahme sowie Claudia Blum für die Organisation der Veranstaltung und wünschten einen guten Rutsch sowie alles Gute für das neue Jahr.

Foto: Claudia Blum

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