
Austausch über Politik und Lebensrealität im VogelsbergMaximilian Ziegler diskutiert mit Max-Eyth-Schülern über Zukunft des ländlichen Raums
ALSFELD (ol). Der SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Ziegler hat mit den 11. Klassen des beruflichen Gymnasiums der Max-Eyth-Schule Alsfeld über politische Entscheidungen und deren Auswirkungen auf den ländlichen Raum gesprochen. Im Mittelpunkt standen Themen wie Mobilität, Gesundheitsversorgung, Sicherheit und soziale Gerechtigkeit. Ziegler betonte die Bedeutung eines verlässlichen ÖPNV, Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel und angemessene Jugendangebote.
Wie Politik Entscheidungen trifft und was das im Alltag junger Menschen im Vogelsberg bedeutet: Darüber diskutierte der SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Ziegler mit den 11. Klassen des beruflichen Gymnasiums der Max-Eyth-Schule Alsfeld. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich zuvor im Politik- und Wirtschaftsunterricht mit dem demografischen Wandel und der Zukunft ländlicher Regionen beschäftigt und nutzten die Gelegenheit, ihre Fragen und Ideen direkt an den Abgeordneten zu richten, so heißt es in der Pressemitteilung des Politikers.
Ziegler betonte gleich zu Beginn, wie zentral für ihn die regionale Perspektive sei. „Der Vogelsberg tickt anders als Frankfurt oder Wiesbaden. Wenn wir Landespolitik machen, müssen wir die Lebensrealität hier vor Ort mitdenken.“ Der Wirtschaftsingenieur berichtete von seinem persönlichen Weg über die Kommunalpolitik in den Landtag und machte deutlich, dass ihm der Austausch mit jungen Menschen besonders wichtig ist: „Im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern bekomme ich oft den ehrlichsten Blick auf politische Entscheidungen – das hilft mir auch bei meiner politischen Arbeit dabei, Prioritäten richtig zu setzen.“
Vor allem das Thema Mobilität sorgte für intensiven Gesprächsbedarf, schließlich sind besonders Jugendliche auf einen guten Nahverkehr angewiesen. Sie berichteten von hohen Kosten für das Schülerticket, von fehlenden Verbindungen in Randzeiten, unzureichender Abstimmung zwischen verschiedenen Verkehrsverbünden und langen Wegen bei kreisübergreifenden Fahrten. Ziegler zeigte Verständnis und machte deutlich, dass Verbesserungen nötig seien: „Für den ÖPNV gelten zwei Bedingungen. Er muss verlässlich sein und eine Erleichterung darstellen. Wenn wir also einen besseren öffentlichen Verkehr wollen, müssen wir neben der Zuverlässigkeit die Flexibilität steigern – beispielsweise durch das Ausprobieren neuer Möglichkeiten wie On-Demand-Verkehre oder die Bündelung von Fahrten via App-Systemen. Das kann allerdings nur schrittweise erfolgen, da uns finanziell enge Grenzen gesetzt sind.“
Im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel kamen die Jugendlichen auch auf den Fachkräftemangel im Gesundheitssektor zu sprechen. Ziegler erläuterte verschiedene Lösungsansätze, etwa den Ausbau Medizinischer Versorgungszentren, die Landarztquote, Stipendienprogramme und modernere Vergütungsstrukturen. Der geplante Neubau des Alsfelder Krankenhauses könne zudem ein wichtiges Signal sein, um neue Ärztinnen und Ärzte für die Region zu gewinnen. Ein weiteres Thema, das viele beschäftigte, war ihr eigenes Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum. Manche Schülerinnen und Schüler berichteten, dass sie sich abends oder nach Veranstaltungen unsicher fühlen. Genannt wurden der Wunsch nach mehr Polizeipräsenz, zusätzlichen Streetworkern sowie attraktiveren Freizeitangeboten, wie etwa einem gut ausgestatteten Jugendzentrum, das Jugendlichen verlässliche Anlaufpunkte bietet.
Deutlich über das Unterrichtsthema hinaus reichten die Fragen zur Bundespolitik. Besonders die Reform des Bürgergelds wurde kritisch diskutiert. Ziegler betonte dabei: „Wir brauchen ein Sozialsystem, das wirklich Bedürftige schützt und gleichzeitig klare Regeln durchsetzt. Es muss klar sein, dass niemand den Staat an der Nase herumführt.“ Die Jugendlichen und der Abgeordnete waren sich einig, dass die öffentliche Debatte oft einseitig geführt werde. Ein Schüler formulierte es so: „Über Betrug beim Bürgergeld wird ständig gesprochen. Aber beispielsweise über Steuerhinterziehung, die den Staat viel mehr Geld kostet, hört man allerdings kaum etwas.“
Im Laufe des Gesprächs stellten die Jugendlichen dem Abgeordneten nicht nur fachpolitische, sondern auch persönliche Fragen. Auf die Frage, welches Gesetz er sofort umsetzen würde, wenn er freie Hand hätte, antwortete Ziegler: „Eine gerechte Besteuerung von Vermögen. Vergleicht man die effektiven Steuersätze von wirklich reichen Menschen und Mittelstandsfamilien, ist da noch Luft nach oben. Das schließt Einsparungen beim Staat selbst auch ausdrücklich nicht aus. Damit könnten wir wichtige Zukunftsinvestitionen finanzieren – von Bildung über Infrastruktur bis zu sozialer Teilhabe.“


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