Seltenes Naturschauspiel auf dem Hoherodskopf: Alant Distel und Wasserhahnenfuß auf einem Foto - wahrscheinlich einmalig und auf dem Hoherodskopf zu beobachten. Alle Fotos: Michelle Bauer

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Entdecker-GIpfel Hoherodskopf: Teil 1 der Hoherodskopf-Serie heute mit dem Thema "Flora und Fauna"Einmalige Entdeckungen auf dem Hoherodskopf

HOHERODSKOPF (mb). 746 Meter erstreckt sich der Hoherodskopf über dem Meeresspiegel und ist damit der zweithöchste Gipfel im Vogelsberg. Im Sommer lockt er mit seiner atemberaubenden Natur und dem frischen Waldduft. Im Winter liegt hoher Schnee und das glitzernde Weiß lädt zu romantischen Wanderungen ein. Aber auch Frühling und Herbst zeigen sich auf dem Berg von ihrer besten Seite.

Viele tausend verschiedene Blumen und Pflanzenarten gibt es rund um den Hoherodskopf zu entdecken. Einige seltene Vertreter sind sonst nirgendwo in Deutschland zu finden – darunter ein ganz besonderes Naturspektakel, das es seit mindestens 15 Jahren nicht mehr zu sehen gab. Aber auch der Vulkan selbst hat einige Besonderheiten aus sehr alten Zeiten zu bieten.

Blockhalden bilden das typische Landschaftsbild auf dem Vogelsberg.

Blockhalden bilden das typische Landschaftsbild auf dem Vogelsberg.

Otto Kirchner ist Hobby Botaniker und hat sich über die Jahre ein unglaublich großes Spektrum an Pflanzenkenntnissen, vor allem im Vogelsberg, angeeignet. Jede Pflanze kann er benennen und er weiß wo seine Schützlinge zu finden sind. Doch diese Tage passierte etwas Unglaubliches: „Ich war unterwegs auf dem Hoherodskopf, als mich eine Gruppe Touristen ansprach, was das denn für Blumen auf den Forellenteichen seien. Nach der Beschreibung wusste ich sofort Bescheid, es war der Wasserhahnenfuß.“ Diesen hat der gebürtige Herbsteiner noch nie auf dem Vulkan entdecken können und das, obwohl er hier seit 2001 als Naturparkführer unterwegs ist.


Seltenes Naturschauspiel auf den Forellenteichen: Seit mindestens 15 Jahren wurde kein Wasserhahnfuß mehr gesichtet - Noch kann man ihn anschauen.

Seltenes Naturschauspiel auf den Forellenteichen: Seit mindestens 15 Jahren wurde kein Wasserhahnenfuß mehr gesichtet – Noch kann man ihn anschauen.

Seltene Pflanzen auf dem Hoherodskopf

Aber der Hoherodskopf bietet noch mehr solcher seltenen Pflanzen:  Die verschieden blattrige Kratzdistel, die sich ebenfalls am Forellenteich aufspüren lässt, blüht nur im Vogelsberg. Und auch das Sumpfblutauge kann man am Fuß des Berges finden und wenn man Richtung Hochwaldhausen zum ehemaligen Taufstein läuft, kann man den Alpen-Milch Lattich entdecken. Bei dieser Gelegenheit kann man direkt den sieben Kilometer langen Geopfad entlangwandern oder radeln. Hier gibt es allerlei Gesteinsarten aus alten Zeiten zu entdecken.

Die verschieden blattrige Kratzdistel (Auch Alant Distel genannt) kommt nur am Hoherodskopf vor.

Die verschieden blattrige Kratzdistel (Auch Alant Distel genannt) kommt nur am Hoherodskopf vor.

Basalt Stehlen vor dem Naturpark-Museum auf dem Hoherodskopf.

Basalt Stehlen vor dem Naturpark-Museum auf dem Hoherodskopf.

Überhaupt hat der Hoherodskopf neben Pflanzen auch einiges an Gesteinsarten zu bieten: Wichtigster Vertreter ist natürlich der Basalt. Vor dem Infozentrum des Naturparks Hoher Vogelsberg entdeckt man interessante Gesteinsformen. Das sind Basalt Stehlen, entsanden vor jahrtausenden von Jahren aus Magma, das aufgrund von zu wenig Druck nicht mehr aus der Erde herausexplodierte. Durch die Abkühlung schrumpfte die Masse und es formten sich fünf- bis sechseckige Gesteinssäulen.

Basalt und andere Gesteinsarten

Otto Kirchner vor einem Gesteinsbrocken aus Vulkanasche: Der gelernte Elektriker ist Naturexperte auf dem Vulkan.

Otto Kirchner vor einem Gesteinsbrocken aus Vulkanasche: Der gelernte Elektriker ist Naturexperte auf dem Vulkan.

Auf dem Berg steht zudem ein Gesteinsbrocken aus Vulkanasche, wenn man seinen Kopf in die dort hineingebohrten Löcher steckt, passiert etwas interessantes: Durch die seltene Zusammensetzung des Steins fängt das Echo an zu vibrieren. Die Steine aus Asche kommen in Europa nur hier in Hessen, nämlich in Nidda und Michelnau vor. Ansonsten nur noch auf den Osterinseln. Ebenfalls nicht zu vergessen bei einem Besuch auf dem Hoherodskopf ist ein Magnet. Durch das stark eisenhaltige Basalt bleiben die Magnete an vielen Steinen hängen.

Magnetismus auf dem Hoherodskopf: Eisenhaltiges Basalt macht es möglich.

Magnetismus auf dem Hoherodskopf: Eisenhaltiges Basalt macht es möglich.

Auch die Tierwelt ist nicht zu vergessen: Im Naturpark-Museum kann man sich kostenfrei über die Tierwelt auf dem Hoherodskopf informieren. Viele Rehe, Eichhörnchen oder Mader leben hier. Im Sommer huscht das große Wiesel in seinem braunen Sommeroutfit durch die Wälder, im Winter wechselt es Kleid und Namen: Das Hermelin ist anzutreffen. Zwei schwer aufzufindende, aber besonders seltene Tierarten, die auf dem Hoherodskopf beheimatet sind: Der Strudelwurm und die Quellschnecke. Und auch der Kolkrabe ist ein seltener Vogel, der sich auf den Höhen des Gipfels besonders wohl fühlt.

Ein seltener Vertreter, der sich auf dem Hoherodskopf wohl fühlt: Der Kolkrabe.

Ein seltener Vertreter, der sich auf dem Hoherodskopf wohl fühlt: Der Kolkrabe.

Die Quellschnecke fühlt sich nur an Vogelsberg-Gewässern wohl

Es gibt so einiges zu entdecken auf dem Hoherodskopf und es bieten sich viele Möglichkeiten für kleine und große Entdecker. Wer mehr über die Pflanzenwelt des Hoherdodskopfes erfahren möchte, der hat die Möglichkeit am 12. August mit Otto Kirchner eine besonders intensive Führung bis zum Taufstein zu machen. Er setzt vier Stunden Wandern an, um Interessierten alles genau erklären zu können. Aber auch wer den Gipfel auf eigene Faust erkunden möchte, dem sind viele Möglichkeiten geboten: Der Geopfad ist besonders bequem vom Hoherodskopf aus zu laufen – am Ende des Weges angelangt, kann man mit dem Vulkanexpress wieder auf den Gipfel zurückfahren.

Atemberaubende Natur...

Atemberaubende Natur…

...und wunderschöne Waldwege laden zum Wandern ein.

…und wunderschöne Waldwege laden zum Wandern ein.

Neben der Erkundung der Geologie des Hoherodskopfes, kann man sich auch auf die Spur der Natur begeben. Hier ist es möglich, das Leben der Tiere zu erkunden und gar in ihre Rolle zu schlüpfen. Auf verschiedenen Etappen ist es möglich, sich mit den Fähigkeiten der Vogelsberger Tierarten zu messen. Wer Entspannung vom Alltag sucht, sollte den Sinnespfad einmal ablaufen: Hier kann man Gehör, Augen und Wahrnehmung testen. Den „Verzauberwald“ durchschreitet man sogar barfuß.

Entdeckerpfade für Groß und Klein

Der Hoherodskopf ist nicht umsonst Teil des Geoparks der Vulkanregion Vogelsberg. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten sich und seine Sinne hier zu entdecken. Liebhaber der Flora, Fauna oder Geologie kommen hier ganz auf ihre Kosten und auch für die kleinen Besucher gibt es unheimlich viel zu entdecken und zu lernen. Für weitere Informtionen über Möglichkeiten und Führungen ist im Sommer täglich von 10 bis 17 Uhr das Informationszentrum Hoherodskopf unter der Nummer 06044-9669330 zu erreichen. Online erfährt man mehr über die Homepage des Infozentrums und des Erlebnisberges oder man nutzt den guten alten direkten Weg auf den Berg, um sich im Informationszentrum vor Ort zu informieren.

Bildergalerie

Hoherodskopf
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ist seit 2013 freie Mitarbeiterin bei Oberhessen-live. Mit einem Bachelor of Arts im Fach Moderne Fremdsprachen, Kulturen & Wirtschaft hat sie sich nun in das Studium der Sozialen Arbeit gestürzt.