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Young Americans geben für Geschwister Scholl-Schule einen Performance-WorkshopDie jungen Amerikaner reißen einfach mit

ALSFELD (aep). Die junge Tänzerin gibt keine Ruhe: Wieder springt sie von einem Bein aufs andere, klatscht in die Hände, dreht sich, und mit ihr drehen sich 30 junge Menschen. Sie wechselt die Tanzfigur, erklärt kurz, und weiter geht es: eine Stunde mitreißende Bewegung mit und ohne Musik. So geht das, wenn die Young Americans zum Workshop laden. Zwei Tage üben 40 Performance-Studenten aus Kalifornien mit Schülerinnen und Schülern der Alsfelder Geschwister Scholl-Schule in der Stadthalle eine Tanz-Choreographie ein, und manch schüchterner Teenager entdeckt dabei Fähigkeiten an sich, die noch unbekannt waren. Mittwoch ist Aufführung.

 

Drei Monate durch Europa reisen und dabei in dichtem Kontakt mit Einheimischen den Jugendlichen die Darstellende Kunst, sprich Schauspiel und Tanz, vermitteln: Das ist Teil des Studiums am Young Americans College of the Performing Arts, erklärt Katrin Jocham, die in der Teamleitung für Finanzen zuständig ist. Heißt: Wer zwei Semester erfolgreich geschafft kann, kann die beliebte Tour mit antreten, die sich über Workshops finanziert, wie die Schülerschaft der Geschwister-Scholl-Schule sie gerade erlebt.

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Mitreißend: Ob in der Tanz-Performance oder bei schauspielerischen Übungen: Die Studenten mischen sich unter die Schüler und lassen sie so ohne Angst mitmachen.

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In seiner Zeit als Lehrer in Mücke habe er zweimal die Abschluss-Show der Young Americans erlebt, erzählt Rolf-Dieter Aff, inzwischen Konrektor der GSS in Alsfeld und Leiter des Projekts, wie die Amerikaner nach Alsfeld kamen: „Es war klar, dass ich die hier auch einmal her holen wollte.“ Dieser mitreißende Tanz, die große Show, an der die deutschen Schüler sich aktiv beteiligen: „Ich war sofort begeistert.“

Gut, dass er den Europa-Koordinator der Young Americans, Michael Heib, noch kannte, als er vor eineinhalb Jahren in Alsfeld die Stelle antrat, sagt Rolf-Dieter Aff. Denn über den gelang es, die amerikanische Gruppe auch für die Geschwister-Scholl-Schule zu verpflichten. Deren Schüler sollten von deren „pädagogischen Modell“ ebenfalls profitieren. Deren Idee klingt einfach wie wirkungsvoll: Praktisch jeder deutsche Jugendliche bekommt im Workshop einen der 18- bis 25-jährigen Performance-Studenten an die Seite gestellt. Man habe ihm versprochen, meint der Lehrer scherzhaft, dass jeder Deutsche am Ende des Workshops einen Freund mehr hat.

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Alex zeigt Jungs, wie der Tanz geht, und Daniela Stepankova leitet eine Mädchen-Gruppe an.

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Das könnte sogar so werden, denn zum Konzept der College-Reise gehört, dass die Mitglieder bei deutschen Gasteltern untergebracht werden: Das ergeben sich viele deutsch-amerikanische Kontakte. In Alsfeld gelang das nicht ganz: Einige Studenten mussten im Hotel untergebracht werden. Insgesamt geben die Amerikaner während ihrer Europa-Reise an 21 Schulen ihre Workshops: „Das sind drei Monate volles Programm“, stellt die Finanzchefin Katrin Jocham fest.

„Es steckt eine große Begeisterung drin!“

Sie hinterlassen Eindruck. Die amerikanischen Studenten reißen mit, und die Aufgabenverteilung wird schnell sichtbar. Abwechselnd leiten Mitglieder der Young Americans eine Gruppe der fast 130 deutschen Kinder und Jugendlichen an, während die anderen sich unter sie mischen und schon durch das Mitmachen anleiten. „Da passiert unglaublich viel“, sagt der Lehrer Aff anerkennend: „Es steckt eine große Begeisterung drin!“

In der Tat. Egal ob bei der schauspielerischen Auflockerung durch Partner-Spiele oder beim Aufwärmen in den Tanzkursen, die dann in die choreografischen Übungen übergehen: Die jungen amerikanischen Anleiter legen ein derart schnelles Tempo vor und übergießen ihre deutschen Schützlinge derart mit Action und Begeisterung, dass die gar nicht dazu kommen, Angst vor der Gruppe zu haben. Da klappt sogar der berüchtigte Kreis, in dem einer den anderen etwas vortanzt, was die nachmachen sollen – und das alles mit wenig verbaler Verständigung fast ausschließlich in Englisch. Im Hintergrund machen sich Mitglieder des College Notizen. Wer wohl für Rollen in der Schluss-Aufführung in Frage kommt? In jedem Fall: „Hier werden den Jugendlichen Ängste genommen, einfach aktiv dabei zu sein“, freut sich der Konrektor. „Es geht darum: einfach mitmachen und Spaß haben.“

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Eine Stunde Action: Die junge Tanz-Studentin Rebecca Vasques hält ihre Schützlinge in Bewegung – im Wechsel mit anderen Studenten der Young Americans.

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In Alsfeld profitierten übrigens auch Flüchtlinge von dem lockeren Spaß: Eine Gruppe  junger Leute hatte die Geschwister-Scholl-Schule am Montag, dem ersten Workshop-Tag einfach mit eingeladen. „Damit die mal rauskommen.“

Am Mittwochabend zeigen Amerikaner wie Deutsche dann der Öffentlichkeit bei einer Schlussaufführung ab 19.30 Uhr in der Stadthalle, was sie erarbeitet haben.

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Lockerungsübungen im Foyer der Stadhalle: Wir schreien, grunzen und springen zusammen.

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Weitere Eindrücke:

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