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Eigentlich hinter Einbrechern her – Hubschrauber entdeckt einen Mann im WaldGauner gesucht, einen Verwirrten gerettet

KASSEL (ol).  Nach einem Wohnungseinbruch in ein Einfamilienhaus in Nieste bei Kassel hatte die Polizei am Samstagabend eine umfangreiche Fahndung nach den flüchtigen Tätern eingeleitet. Obwohl auch der Einsatz eines Polizeihubschraubers, eines Spürhundes und zahlreicher Streifenwagen nicht zum Ergreifen der Einbrecher führen, rettete die Aktion aber vermutlich einem 28-jährigen Mann das Leben, berichtet die Polizei von einer unwahrscheinlichen Geschichte mit Happy End.

Gegen 19:35 Uhr hatte eine Nachbarin Lichtschein in dem zweigeschossigen Haus in Nieste wahrgenommen und daraufhin die Polizei verständigt, da sie wusste, dass die Hausbewohner verreist waren. Anschließend fielen ihr noch drei Personen auf, die sich von dem Haus entfernten.

Eine Streifenwagenbesatzung bemerkte bald darauf in der Nähe einen silberfarbenen
Mazda 6 mit Duisburger Kennzeichen, der mit drei Insassen besetzt war. Als die Beamten den PKW kontrollieren wollten, stoppte der Fahrer den Wagen und die drei Insassen flüchteten sofort zu Fuß. Zwei von ihnen liefen in Richtung Ortskern davon, die
andere Person flüchtete in das nahegelegene Waldgebiet.

Um die Beamten bei ihrer Fahndung nach den Flüchtigen zu unterstützen, wurde ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera angefordert, der seine Suche rund um Nieste gegen 21 Uhr beginnen konnte.

Fast zeitgleich wurde das Polizeirevier in Baunatal von der Betreuerin eines 28-jährigen Mannes aus Altenbauna über dessen Verschwinden unterrichtet. Bei ihr hatte sich der Mann gegen 21:15 Uhr gemeldet und erklärt, irgendwo im Wald zu stehen und völlig die Orientierung verloren zu haben. Da auch die Eltern des Mannes lediglich angeben konnten, ihren Sohn seit den Morgenstunden nicht mehr gesehen zu haben, bat die Betreuerin die Polizei um Hilfe.

Um 22:00 Uhr konnte von der Einsatzzentrale der Polizei in Kassel telefonisch Kontakt mit dem Vermissten aufgenommen werden und dabei auch sein ungefährer Standort ermittelt werden. Gegen 22:40 Uhr meldete die Hubschrauberbesatzung, mittels Wärmebildkamera einen Menschen im Waldgebiet zwischen Nieste und Oberkaufungen
geortet zu haben. Bis die Streifenwagen in dem unwegsamen Gelände bis zu dieser Person gelotst werden konnten, dauert es noch weitere 15 Minuten.

Der stark verwirrte 28-Jährige konnte schließlich gegen 22:15 Uhr zwar durchgefroren, ansonsten aber unverletzt angetroffen werden. Zur weiteren Behandlung wurde er anschließend in eine psychiatrische Klinik in Kassel transportiert.

Über die weiterhin flüchtigen Einbrecher konnten allerdings keine neuen Erkenntnisse erlangt werden. Bis auf das zurückgelassene Täterfahrzeug und die vage Beschreibung fehlt bisher jede Spur der Täter.