Am Samstag, den 11. August geht es los: die 4. Antrifttaler Bierwanderung steht an. Archivfoto: Juri Auel

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Offiziell: Die Alsfelder Landbrauerei stellt ihren Betrieb ein – Kündigung für alle 29 Mitarbeiter – Sudkessel bleibt aber bestehen und in BetriebGebraut wird das Bier auch weiterhin in Alsfeld

ALSFELD (aep). Nun ist es auch offiziell bestätigt: Die Alsfelder Landbrauerei stellt ihren Betrieb zum 1. Februar ein. Das geht aus einer Erklärung der Insolvenzverwalterin Julia Kappel-Gnirs hervor, die damit einen früheren Bericht von Oberhessen-live bestätigt. Aber dennoch werde in Alsfeld weiter Bier gebraut, heißt es darin: Den Sudkessel betreibt die Lauterbacher Burgbrauerei als Inhaberin der Namensrechte in der Grünberger Straße weiter – die Abfüllung des Produkts aber geschieht schon nicht mehr in Alsfeld.


„Nach intensiven und konstruktiven Verhandlungen der Insolvenzverwalterin“, so heißt es in einer Pressemitteilung, habe ein Investor wesentliche Vermögenswerte der Alsfelder Landbrauerei GmbH erworben. Im Zuge eines Asset Deals hat demnach die Lauterbacher Burgbrauerei – Auerhahn Bräu Schlitz GmbH Vermögenswerte, wie das Sudhaus sowie die Markenrechte verschiedener Biermarken, Bier-Klassiker wie zum Beispiel das Alsfelder Pilsner, Alsfelder Schwarzbier oder Alsfelder Weizen der Landbrauerei erworben.

Dass die Inhaber der Rechte das Sudhaus erworben haben, deutet wohl darauf hin, dass der Brau-Prozess tatsächlich dauerhaft noch in Alsfeld stattfinden soll.

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Der Betrieb der Landbrauerei wird eingestellt, die Mitarbeiter sind gekündigt und wechseln in eine Transfer-Gesellschaft – aber der reine Braubetrieb bleibt am Standort in der Grünberger Straße bestehen.

Der Geschäftsbetrieb der Alsfelder Landbrauerei hingegen werde stillgelegt, heißt es weiter. Der vorläufige Gläubigerausschuss habe dem Kaufvertrag bereits zugestimmt. Über den Kaufpreis und die Einzelheiten des Kaufvertrages sei mit allen Beteiligten Stillschweigen vereinbart worden. Auch mit der Vermieterin des Produktionsstandortes habe die Insolvenzverwalterin eine Einigung erzielen. Damit war der Weg frei für das Engagement des neuen Erwerbers. „Trotz eines schwierigen Marktumfelds sind wir vom Traditionsstandort und den starken Bier-Marken der Alsfelder Landbrauerei und seiner über die Region hinaus bekannten Produkte überzeugt“, sagt Ulrich Klesper, Geschäftsführer der Lauterbacher Burgbrauerei – Auerhahn Bräu Schlitz GmbH.

Bierbrauen in Alsfeld: Braumeister Josef Lichter erzählte bei Oberhessen-live

 

 

Mitarbeiter wechseln in Transfergesellschaft

„Mit der Bildung einer Transfergesellschaft für die Beschäftigten konnten wir betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Diese wären sonst unausweichlich gewesen“, sagt Julia Kappel-Gnirs. Alle Mitarbeiter hätten das Angebot erhalten, ab Anfang Februar für die Dauer von sechs Monaten auf freiwilliger Basis in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Alle betroffenen Mitarbeiter, bei denen das möglich ist, seien dem Angebot gefolgt: Das sind 25 der 29.  Solche Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften (BQG) verfolgen in enger Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit das Ziel, von Arbeitslosigkeit bedrohte Mitarbeiter so schnell wie möglich wieder in neue Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln. Dabei werden alle Mitarbeiter für den Arbeitsmarkt qualifiziert, gelten nicht als arbeitslos und erhalten 80 Prozent ihres letzten monatlichen Nettogehalts. Mit der Transfergesellschaft werde der direkte Gang in die Arbeitslosigkeit vermieden.

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In guten Zeiten: Bei einem Tag der offenen Tür besichtigen Besucher im Sudhaus die großen Kessel. Das Sudhaus wird auch weiterhin betrieben. Archivfoto: aep

„Region identifiziert sich mit Traditionsbrauerei“

„Ich freue mich, dass wenigstens das Bierbrauen durch eine im Vogelsberg beheimatete Familienbrauerei am Standort weiter geht und dass damit garantiert ist, dass Alsfelder Bier auch weiter in Alsfeld gebraut wird. Die Menschen aus unserer Region identifizieren sich mit unserem Bier, das seit Jahrhunderten in Alsfeld gebraut wird“. Mit den  Worten kommentiert Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule die Entwicklung. Dabei setzt der neue Erwerber auf die Verbundenheit der Menschen in der Region und auf ihr Vertrauen zu ihrer Traditionsbrauerei, die ihre Biersorten streng nach dem Reinheitsgebot von 1516 herstellt und über einen eigenen Mineralbrunnen verfügt.

Über einen weiteren Geschäftszweig der Landbrauerei sei übrigens noch nicht entschieden worden, erklärt der Sprecher Pietro Nuvoloni auf Anfrage:  Produktion und Vertrieb der nichtalkoholischen Getränke. Aus dem Alsfelder Haus kamen immerhin mehr als ein Dutzend weitere Getränkesorten. Da sei die Insolvenzverwalterin nach wie vor auf der Suche nach einem möglichen Investor.

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Über Lauterbacher Burgbrauerei – Auerhahn Bräu Schlitz GmbH

Die Lauterbacher Burgbrauerei – Auerhahn Bräu Schlitz GmbH, ein Tochterunternehmen der Fuldaer Hochstift-Brauerei, mit Sitz im oberhessischen Lauterbach ist die älteste familiengeführte Brauerei in Hessen, heißt es in einer Eigendarstellung. „In der regionalen Brauereigruppe beweist man durch die Aufrechterhaltung von drei Braustätten in Lauterbach, Fulda und Motten seit Jahrzehnten, dass man die regionale Verbundenheit und Verantwortung sehr ernst nimmt.“
Weitere Informationen unter: www.lauterbacher-auerhahn.de