Oberstudienrat Michael Rudolf dankte allen Kooperationspartnern. Neben ihm: die Mitautoren Markus Seibert und Timo Kuhl. Fotos: privat

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„Die Familie Merck im Spiegel der Geschichte einer oberhessischen Stadt“Junge Leute erarbeiten alte Geschichte

ALSFELD (ol). Die abwechslungsreiche Geschichte der Fachwerkstadt Alsfeld, ein großer Schatz an Kultur und bedeutende Vertreter von Religion, Wissenschaft, Kultur. Auf deren Spuren wandelt regelmäßig Oberstudienrat Michael Rudolf mit seinen Klassen, die er an der Albert-Schweitzer-Schule in Deutsch und Geschichte unterrichtet. Ergebnisse sind zahlreiche Veröffentlichungen wie im vergangenen Jahr der Beitrag einer 19-köpfigen Gruppe interessierter Schülerinnen und Schüler, die zum „Tag für die Literatur“ über das Leben der fast vergessenen Schriftstellerin Johanna Merck geforscht hatten. Dabei reifte die Idee, ein Buch zu veröffentlichen – nun wurde ein 144 Seiten starkes Werk vorgestellt, das „Die Familie Merck im Spiegel der Geschichte einer oberhessischen Stadt“ portraitiert.


 

Vor genau 250 Jahren waren die Mercks nach Alsfeld gekommen. Zudem jährt sich Johannas Todestag am 4. November – der Termin für die Buchpräsentation war also mit Bedacht gewählt!

Als Hausherr begrüßte am Donnerstagnachmittag Vertriebsdirektor Thomas Goß eine große Runde interessierter Gäste in den Räumen der Sparkasse Oberhessen, die als einer der Sponsoren den Rahmen für die Buchvorstellung gab. MdL Kurt Wiegel, Bürgermeister Stephan Paule, Stadtverordnetenvorsteher Heinz Heilbronn, sowie der Erste Stadtrat Jürgen Udo Pfeiffer waren zu der Veranstaltung erschienen, darüber hinaus Vertreter der Albert-Schweitzer-Schule, ehemalige Schüler des Gymnasiums sowie weitere an der Arbeit Beteiligte und Interessierte.

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Eine frohe Runde freute sich über die gelungene Umsetzung des Schulprojekts: von links: Michael Rudolf, Markus Seibert, Timo Kuhl, Dieter Welker, Bürgermeister Stephan Paule, Thomas Goß.

 

Als erster Redner würdigte Bürgermeister Stephan Paule die Arbeit des Oberstudienrates und seiner Schülerinnen und Schüler. Ihre Kreativität sei nicht nur Übung und Lernerfolg, sondern verschiebe, so der studierte Historiker, auch die „magische Grenze zwischen dem, was man weiß, und dem, was man noch nicht weiß, aber wissen kann“.

Von der Schulleitung der Albert-Schweitzer-Schule sprach Studiendirektor Holger Palm. Projekte wie dieses neue Buch zeigten die Verbundenheit der Schülerschaft mit der Schule und mit dem Ort, also mit Alsfeld. Er lobte das Engagement aller Beteiligten, das weit über den regulären Unterricht hinausging und dankte allen Kooperationspartnern für deren Unterstützung.

Dazu gehört auch der Förderverein des Gymnasiums. Dessen Vorsitzender Dieter Welker freute sich, dass die jungen Forscherinnen und Forscher unter der Leitung von Michael Rudolf immer wieder „Perlen in den Alsfelder Geschichtsbüchern gesucht und gefunden haben“. Die Ergebnisse, so Welker, machten auch heute noch Mut, dass „aus unserer Mitte so kreative Menschen hervorgehen wie die Familie Merck“.

Von den beteiligten Schülerinnen und Schülern sprachen Markus Seibert und Timo Kuhl. Sie dankten besonders ihrem Lehrer für die Möglichkeit, u. a. im Stadtarchiv wissenschaftlich zu arbeiten und ein Buch zu verfassen, was nicht zuletzt eine gute Vorbereitung auf ein Studium gewesen sei.

Lob für das Engagement der Schüler

Michael Rudolf selbst lobte in seiner Ansprache das herausragende Engagement seiner chüler, die das Projekt in ihrer Freizeit realisiert haben, dazu in den Abiturvorbereitungen im Jahr 2013, und die obendrein auch danach noch an der Buchfassung mitgearbeitet hatten. Sein Dank galt aber auch allen Sponsoren und Kooperationspartnern. Hier nannte er besonders die Stadt Alsfeld, die Evangelische Kirchengemeinde, den Hessischen Rundfunk, die Merck’sche Gesellschaft sowie die Sparkasse Oberhessen. „Alsfeld hat große Chancen, über verschiedene Institutionen hinweg zu kooperieren“, so Rudolfs Fazit – mit Blick auf das nächste Projekt, das er gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern plant. Aktuell jedoch hoffe er, mit der jetzt vorliegenden Publikation „den Alsfelder Zweig der Familie Merck und vor allem Johanna als Schriftstellerin unvergessen zu machen.“

Aktuell sind Fotos und Textauszüge aus dem Buch „Alsfeld 1764 – 1804 – Die Familie Merck im Spiegel der Geschichte einer oberhessischen Stadt“ sowie Vorberichte zum Projektverlauf in der Hauptstelle der Sparkasse Oberhessen zu sehen. Das Buch selbst ist ab sofort in den Buchhandlungen der Stadt und im ausgewählten Einzelhandel erhältlich. Es ist in einer Auflage von 1000 Stück erschienen und kostet sechs Euro.

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