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„Rund um die Kartoffel“: Kartoffelfest in Wernges – Pausen wegen des RegensGroßer Spaß mit 300 Kilogramm Granola

WERNGES (lrn). Gutes Erntewetter war es am Sonntag beileibe nicht, und die Verantwortlichen vom Ortsbeirat und den Werngeser Vereinen mussten zwischendrin immer wieder die Regenpausen nutzen, um die acht Reihen im Frühjahr extra gesteckter Kartoffeln zu ihrem Fest „Rund um die Kartoffel“ wie annodazumal zu ernten. In der Nähe des abgeernteten Feldes war zuvor aus Holz ein zünftiges Feuer angemacht worden, so wie es in früheren Jahren halt gang und gäbe war.

 

In zwei- bis dreijährigem Abstand gibt es in dem 230 Einwohner zählenden Lauterbacher Stadtteil ein solches Kartoffelfest, bei dem Jung und Alt hautnah erleben können, wie Landwirtschaft im heimischen Vogelsberg früher funktionierte und dass die Erdäpfel beileibe nicht aus einer Kartoffelfabrik kommen und dann ihren Weg in die Discounter finden.

Es waren allerdings nicht nur die Kinder, die diese Aktion wohl sehr „cool“ fanden, und die mit einem Kartoffelroder ausgebuddelten „Pommes de terres“ (Erdäpfel) fleißig in kleine Säcke füllten, die für diesen Anlass direkt am Ernteplatz auf dem Acker ausgegeben wurden. Auch die Erwachsenen waren wie wild und sammelten eifrig die frischgeernteten kleinen und großen Knollen ein.

300 Kilogramm der Marke Granola

Alles in allem dürften wohl um die 300 Kilogramm der Marke Granola zusammen gekommen sein, meinte Ortsvorsteher Stefan Hedtrich, der mit einem schon antiquierteren Traktor IHC DL D2 aus dem Jahre 1953 den Kartoffelroder hinter sich herzog und die Kartoffel aus der Erde ans Tageslicht beförderte. Das Kartoffelerntegerät stammte wohl ungefähr aus der gleichen Zeit wie die Zugmaschine. Da Traktor und Kartoffelroder nicht das Gewicht heutiger landwirtschaftlicher Maschinen hatten, war es trotz des feuchten Untergrunds relativ problemlos, die Kartoffeln aus der Erde zu bekommen. Allerdings mußte Hedtrich aufgrund der Verklumpung der Erde mehrfach über den Acker fahren, um auch die etwas tiefer steckenden Erdäpfel aus dem Acker zu bekommen.

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Gut 300 Kilogramm Kartoffeln ernteten die Teilnehmer des Festes.

 

Selbstverständlich war die historische Ernteaktion wieder von einem kleinen Begleitprogramm begleitet. So wurden um die Grillhütte als Veranstaltungsort einige zumeist ältere Traktoren ausgestellt, und zum Essen gab es dann stilgerecht Kartoffelsuppe. Besuch aus dem benachbarten Angersbach stellte sich allerdings wie in den Vorjahren bis zum frühen Nachmittag vermutlich wegen der schlechten Witterung nicht ein. An einigen Ausstellungswänden konnten die Besucher zudem ältere Fotos bewundern. Die Traktorfreunde von der Museumshalle Reuters gingen ihren Werngeser Kollegen beim Ernten hilfreich zur Hand.