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Windkraft: Stadtparlament billigt Fragenkatalog für mögliche InvestorenDer Weg zum Homberg führt über 34 Fragen

ALSFELD (aep). Wer immer am Ende Windkraftanlagen auf dem Homberg errichtet, der muss sich erst einmal durch einen umfangreichen Fragekatalog mühen und dabei im Wettbewerb bestehen. So beschloss das Alsfelder Stadtparlament am Donnerstag mit einstimmigem Votum. Dabei geht es auch um die Frage, was Alsfeld und die Alsfelder von dem Investor haben könnten.

 „Die Stadt Alsfeld hat sich auf die Fahnen geschrieben, dass wir Windkraft auf dem Homberg ansiedeln wollen.“ Mit diesem Satz leitete Bürgermeister Stephan Paule am Donnerstag in der Stadthalle das Thema ein, indem er an den Beginn der Diskussion erinnerte. Die Stadt muss Windkraft-Investoren gewissen Raum zugestehen, und am Homberg verfügt sie über eigene Flächen – dort könnten Windkraftgeneratoren der Stadt auch gewissen Gewinn bringen.

Ein Workshop fand statt, in dem der Weg festgelegt wurde, den Alsfeld dafür gehen will, und ein Ergebnis ist ein Bogen mit 34 Fragen, die Interessenten vorgelegt werden sollen. Darin geht es um Fragen zum Unternehmen selbst, zu ökonomischen und technischen Belangen – aber auch um die „regionale Verankerung“. Zum Beispiel: „2.3 Welchen Pachtzins würden Sie der Stadt Alsfeld für den Standort anbieten? (Mindestpacht und ertragsabhängige Pacht pro WEA p.a.)“ Oder auch: „4.3 Hat Ihr Unternehmen ein Interesse daran, auch Partner in einer Betreibergesellschaft vor Ort zu sein? We kann sich eine solche Partnerschaft gestalten?“ Windkraftkritiker könnte diese Frage besonders interessieren: „3.6 Wie schätzen Sie mögliche Konflikte hinsichtlich des Arten- und Naturschutzes sowie der Schall- und Schattenemmission am Standort ein?“

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Julian Steiner stellt den Fragenkatalog vor.

 

Damit hatte Julian Steiner von der begleitenden kom:reg GmbH den Fragekatalog am Mittwoch bereits im Bauausschuss vorgestellt, und der Ausschuss hatte mit wenigen Nachfragen eine Empfehlung abgegeben.


Bürger der Abstimmung am Donnerstag stellte Bürgermeister Paule noch fest, dass nach einem positiven Entscheid mitnichten sofort Bagger losrollen würden. Vielmehr stehe die Feststellung der städtischen Prioritäten im formalen Interessenbekundungsverfahren auch noch bevor. Es sei übrigens auch nicht zu befürchten, dass am Homberg entsprechend der möglichen Fläche sechs Windräder stehen würden. Dafür sorge schon der Richtfunkmast, dessen Ausrichtung die Möglicheiten einschränkt.

Ziel des Ganzen sei doch, so formulierte Michael Riese (ALA) in einem Kommentar, in Alsfeld am Homberg mit den Projektierern „anders zu verfahren, als man das kennt.“