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Eröffnet: die Weihnachtsausstellung des Alsfelder KunstvereinsDie „Triebkraft des Organischen“ auf Leinwand

ALSFELD (aep). Die Beschäftigung mit Landschaft ist für Teddy Puder mehr als ein Naturerlebnis. Dort kann er entspannen, „dort finde ich Ruhe“. Und die benötigte er in diesem Jahr besonders. Also packte der Alsfelder Kunstmaler seine Staffelei häufiger ein und besuchte die Natur rund um Alsfeld: „Das holt mich aus meinen Tiefs.“ So etwas erzählt er in der Aula der VR Bank Hessenland, wo derzeit vier seiner Werke zu betrachten sind – als Teil der Weihnachtsausstellung des Alsfelder Kunstvereins. Die wurde gerade in feierlichem Rahmen eröffnet.

„Triebkraft des Organischen“ oder auch „dynamischer Farbenfluss für metaphysische Landschaften“: Mit solchen Worten beschrieb dabei Erich Späth als Vorsitzender des Kunstvereins vor gut 80 Besuchern der Vernissage zusammenfassend, was die 17 beteiligten Künstlerinnen und Künstler an Werken für die Ausstellung zusammengetragen haben. Die findet nicht zufällig in der Hauptstelle der VR Bank statt, sondern bereits zum zehnten Mal, erinnerte Annette Thon das Publikum stellvertretend für die Gastgeber in ihrer Begrüßung und drückte Freude über das Engagement der Alsfelder Künstler in den Räumen der Bank aus. Entsprechend das Entgegenkommen seitens der Gastgeber: „Die Ausstellung genießt völlige Freiheit bei uns.“ Die Freundlichkeit gab der Vorsitzende Späth zurück: Bei der VR Bank fühle man stets „ein wohlwollendes Entgegenkommen.“ Freude über die Vielzahl und Vielfalt der Vereine in Alsfeld hob auch der Erste Stadtrat Jürgen-Udo Pfeiffer hervor und stellte fest: „Vereine machen im gesellschaftlichen Leben der Stadt sehr viel aus.“

Was Besucher in der noch bis zum 20. Dezember geöffneten Ausstellung zu sehen bekommen, ist eine weit gefächerte Mischung aus Werken überwiegend aus der Natur und dem gesellschaftlichem Umfeld – sämtlich in ausdrucksvollen Farben – abgewechselt von manchem Experiment, das vielleicht tatsächlich seine Anregung in den Werken alter Meister gefunden hat. So beschrieb es jedenfalls der Kunstvereinsvorsitzende Erich Späth. Moderne Künstler sollten man nicht „frühere Meister einfach übernehmen, sondern sich von den Werken inspirieren lassen.“

Der Kunstmaler Jörg Christian steht neben einem Gemälde, das die Mona Lisa zeigt.

Foto: aep

Etwa wie Jörg Christian, dessen größtes Werk in der Ausstellung auf den ersten Blick an eines der berühmtesten Gemälde der Welt erinnert: an da Vincis lächelnde Mona Lisa. Und dennoch ist es nicht einfach abgekupfert, erzählt der Künstler. Das alte Bild sah er als künstlerische Herausforderung, es noch einmal zu malen und doch anders zu interpretieren. Mit Schwingungen in den Farben, mit ganz kurzen Pinselstrichen. Er habe die Mona Lisa gemalt, erklärt Jörg Christian, „wie es vielleicht ein Vincent van Gogh gemacht hätte.“


 

Viel Farbe hat auch Teddy Puder in seine Landschaftsbetrachtungen gebracht: kräftige bis intensive Farben, die den Ansichten etwas von der Subjektivität persönlicher Erinnerungen verleihen, in denen das Grün der Bäume, das Rot der untergehenden Sonne noch etwas eindrücklicher erscheinen, als sie es waren. Es sind Farben, die keine Tristesse zulassen. Beim Betrachter nicht und auch nicht beim Künstler. Teddy Puder: „Mir hat es geholfen, diese Bilder zu malen.“

Zwei Frauen betrachten ein abstraktes Gemälde.

Foto: aep

Ein Gemälde zeigt eine Frau mit nacktem Rücken im Festkleid.

Foto: aep

Eine Aula voller Menschen, zu denen ein Redner spricht.

Foto: aep