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Jahreshauptversammlung TV Storndorf zog Bilanz: Vereinsfinanzen positiv - Neuwahl des Vorstandes auf drei JahreTrainerfrage bei Frauenmannschaft weiterhin ungelöst

STORNDORF (ol). Das war ein Novum: Zum ersten Mal wählte der TV Storndorf, bei ihrer Jahreshauptversammlung den Vereinsvorstand für einen Zeitraum von drei Jahren wie in einer Pressemitteilung bekannt gegeben wurde. Früher hätten immer alle zwei Jahre eine Neuwahl stattfinden müssen. Neben den Neuwahlen standen auch die Trainerfrage der Frauenmannschaft, die Vereinsfinanzen und weitere Sportfragen auf der Agenda.

Die verlängerte Amtsperiode sei nur durch eine neue Satzung möglich geworden, die zuvor von den 23 Teilnehmern der Generalversammlung einstimmig beschlossen worden war. Nicht neu sei allerdings die Problematik geeignete Übungsleiter für die Mannschaften des Vereins zu finden, zumal der langjährige Trainer der Frauen-Fußballmannschaft, Thorsten Seipp, zum Saisonende seinen Rücktritt angekündigt hat und ein geeigneter Nachfolger noch nicht gefunden werden konnte.

Der Verein hat zwar aktuell 403 Mitglieder wie er weiter erklärt, nach 28 Austritten und 26 Neuanmeldungen im Vereinsjahr 2016 seien es aber zwei weniger als 2015. Trotzdem sei es nahezu unmöglich, aus den eigenen Reihen genügend Betreuer zu finden. Den Verantwortlichen sei die Misere mehr als bewusst und es stünde außer Frage, dass man in Bezug auf die Rekrutierung von Trainern neue Wege gehen müsse – eine Erkenntnis, der sich auch die Teilnehmer der Versammlung anschlossen.

Ehrengäste und Dankesbekundungen

Vorsitzender Dieter Helm konnte in seiner Begrüßungsansprache mit dem Ehrenvorsitzenden Hermann Richtberg und Dieter Boss, der in der Personalunion Vorsitzender des Storndorfer Ortsbeirates und Vorsitzender der Schwalmtaler Gemeindevertretung ist, zwei Ehrengäste willkommen heißen. Auf Bürgermeister Timo Georg musste man anfangs wegen anderweitiger Verpflichtungen verzichten. Dieser stieß erst gegen 21:30 Uhr zur Jahreshauptversammlung dazu.

Helm hob hervor, dass man 2016 mit der Errichtung eines Ballfangnetzes und dem Einsetzen einer weiteren Außentür im Sportlerheim weitere Baumaßnahmen habe realisieren können. Außerdem dankte Helm allen Schiedsrichtern sowie Seipp für ihren Einsatz und der Gemeinde Schwalmtal für die Unterstützung der Vereinsarbeit.

Sportliche Probleme in all seinen Facetten

Besser als die Damen stehen die Herrenmannschaften der SG Schwalmtal da, wie ihr Leiter, Thomas Hildebrand berichten konnte. Vor kurzem erst entschied sich Trainer Daniel Schöppner, trotz anderweitiger lukrativer Angebote, eine weitere Saison zu bleiben. Mit Arnold Klein stehe zudem ein stets verlässlicher Helfer zur Verfügung.

„Sportlich hat die SG in 2016 ihr Ziel nicht ganz erreicht. Sie scheiterte in der Relegation zum Aufstieg in die höhere Klasse. In der laufenden Runde belege die Mannschaft einen vorderen Tabellenplatz, aber für den Aufstieg dürfte es wieder nicht reichen“, so Hildebrand. Für die Saison 2016/2017 wolle man den Kader verstärken um ein ernsthafter Aufstiegskandidat werden zu können. Für die Zeit vom 4. bis 6. August 2017 sei zum wiederholten Male ein Jugendcamp geplant, welches dieses Jahr turnusgemäß in Storndorf stattfinden soll.

Für die Tennisabteilung gab Ulrich Georg den Bericht ab. Unerfreulich sei die Tatsache, dass es auch 2016 nicht gelungen sei, den Tennisplatz in einen bespielfähigen Zustand zu versetzten. In den nächsten Wochen wolle man einen neuen Anlauf starten. Positiv bewertete er die Beteiligung in der Hallensaison, bei der etwa 20 Mitglieder, beim  sonntäglichen Training in Lauterbach, teilnehmen würden. Zu Beginn der Freiluftsaison würde diese Beteiligung jedoch abrupt abreisen.

Sport für Kinder attraktiv gemacht

In Vertretung von Übungsleiterin Andrea Steuernagel verlas Armin Merkel den Bericht für das Kinderturnen für die zirka 30 Turnzwerge und Turnfrösche hätten wieder wöchentliche Turnstunden stattgefunden, sogar Kinder aus der Nachbargemeinde Lautertal nähmen daran teil.

Am 8. Februar 2016 habe man in der Turnhalle Kinderfasching gefeiert. Außerdem habe man im Rahmen der Schwalmtaler Ferienspiele einen Nachmittag gestaltet. Das Turnjahr wäre Mitte Dezember mit einem Weihnachtsturnen beendet worden. Über alle Events habe eine ausführliche Berichterstattung auf der Homepage des Kulturvereins Storndorf stattgefunden.

Freizeitbeschäftigung ausgiebig erleben

Abteilungsleiter Gerhard Krupa berichtete für die Wandergruppe, dass man nach wie vor aktiv sei und man sich unter anderem alle vier Wochen zum Stammtisch in der Grillhütte treffe. Die traditionelle Mehrtagesfahrt habe im Juni letzten Jahres nach Bruneck in Südtirol geführt, dieses Jahr stehe als Reiseziel Fulpmes im Stubaital auf dem Programm.

Am Himmelsfahrt-Donnerstag fände ein geführtes Jedermanns-Wandern auf dem Panorama-Rundwanderweg statt, wozu sich interessierte Wanderer noch anmelden könnten.

Silvia Klein berichtete stellvertretend für die verhinderte Regine Merkel von der Damen-Walkinggruppe, der etwa 14 Frau angehören. Man treffe sich montagabends, im Winter suche man sich Strecken innerhalb des Ortes, während man im Sommer das Laufen in der Gemarkung oder im Wald bevorzuge.

Bei der Jahreshauptversammlung nicht alle Ziele erreicht

Sorgen macht man sich, wie oben bereits erwähnt, bei der in der Kreisoberliga Fulda Süd spielenden Fussball-Damenmannschaft wegen der ungelösten Trainerfrage. Vorsitzender Helm betonte, dass man jedoch nicht aufgäbe und zusammen mit den Spielerinnen die Suche nach einem neuen Trainer fortsetzten würde. Schließlich sei die Damenmannschaft die letzte eigenständige Mannschaft des TV Storndorf.

Michelle Köhl beschrieb als Sprecherin der Damen eine weitere Misere: Die Personaldecke sei äußerst dünn, sodass man nur eine Neuner-Mannschaft stellen könne. Es fehle ganz einfach an Nachwuchsspielerinnen. Ein Schnuppertraining im September 2016 und der „Tag des Mädchenfussballs“ im Mai 2016 habe nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Finanzen machen klar: Vereinsfinanzen positiv

„Wir sind schuldenfrei“ – Nicht ohne Stolz konnte dies Rechner Armin Merkel verkünden. Alle Verbindlichkeiten hätten abgelöst werden können. Die Bilanz weise für 2016 einen Überschus von 4100, 34 Euro aus. Allerdings sei man nach wie vor auf Spenden angewiesen, denn die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen oder Aktivitäten wie zum Beispiel der Hilfe bei der Durchführung von Veranstaltungen der Firma Stehr Baumaschinen (Hausmesse, Oktoberfest) oder dem traditionellen Schlachtessen reichen nicht aus.

Merkel bekräftige den zuvor bereits vom Vorsitzenden Helm ausgesprochenen Dank an Jürgen Stehr und Karl-Heinz Hildebrand, der zum wiederholten Mal ein Schlacht-Schwein gespendet habe. Kassenprüfer Manfred Steuernagel bescheinigte dem Rechner eine einwandfreie und sorgfältige Kassenführung und beantragte dementsprechend, dem Rechner und dem gesamten Vorstand die Entlastung zu erteilen. Dem Antrag wurde einstimmig entsprochen.

Neuwahlen standen ebenfalls auf der Agenda

Vor der Neuwahl des Vorstandes wurde ausgiebig die neue Satzung vorgestellt. Schriftführer Frank Richtberg, der den gesamten Wortlaut vortrug, informierte zusammen mit dem Vorsitzenden Helm über die wesentlichen Neuerungen.

Bedeutendste Änderung sei die eingangs bereits angesprochene Ausdehnung der Amtsdauer des Vorstandes auf drei Jahre. Außerdem sei die Beitragsordnung nicht mehr Bestandteil der Satzung, sondern ein Anhang von dieser. Das habe den Vorteil, dass bei Beitragsanpassungen die Satzung nicht erneut bei Gericht und Finanzamt vorgelegt werden müsse und somit Gebühren gespart würden.

Die Neuwahl des Vorstandes brachte keine Überraschungen. Der neue Vorstand ist der alte. Alle Abstimmungen waren einstimmig. Andrea Steuernagel wurde in Abwesenheit zur zweiten Vorsitzenden gewählt. Es lag eine schriftliche Erklärung vor, dass sie eine evtl. Wahl annehme.

Der neue Vorstand setzt sich folgendermaßen zusammen:
• Erster Vorsitzender: Dieter Helm
• Zweite Vorsitzende: Andrea Steuernagel
• Rechner: Armin Merkel
• Schriftführer: Frank Richtberg
• Erster Beisitzer: Arnold Klein
• Zweiter Beisitzer: Claus Eckstein
• Schiedsrichterobmann: Thomas Holdebrand
• Jugendleiterin: Lena Ruppel
• Frauenwart: Andrea Steuernagel

Als Kassenprüfer wurde Manfred Steuernagel bestätigt sowie Helmut Steuernagel neu gewählt.

Thorsten Seipp als scheidender Betreuer der Fußball-Damen erhielt ein kleines Präsent als Dank für seine jahrelang geleistete engagierte Arbeit Foto: Kulturverein

Dankbarkeit und Ehrungen

Aufgrund der immer mehr abnehmenden Resonanz der zu ehrenden Mitglieder in den letzten Jahren, hat sich der Vorstand dazu entschlossen, keine Ehrungen mehr für 15 Jahre beitragspflichtige Mitgliedschaft im Verein durchzuführen. Für 25 Jahre beitragspflichtige Mitgliedschaft im Verein waren vier der sechs zu ehrenden Mitglieder anwesend. Carmen Weicker, Manfred Grünewald, Erwin Höpp und Gerhard Krupa erhielten jeweils eine Ehren-Urkunde und ein kleines Präsent. Für 40 Jahre beitragspflichtige Mitgliedschaft im Verein sollte Gerhard Momberger geehrt werden, er hatte sich jedoch entschuldigt.
Abschließend erhielt Seipp als scheidender Betreuer der Fußball-Damen ein kleines Präsent als Dank für seine jahrelang geleistete engagierte Arbeit.

Dieter Boß sowie Bürgermeister Georg überbrachten die Grüße der politischen Gremien und dankten dem Verein für die umfangreiche Mithilfe bei den unterschiedlichsten Baumaßnamen und Veranstaltungen.

Ein Blick in die Zukunft

Georg führte aus, dass die Hangbefestigung am Sportplatz entlang der Friedensstraße erst für 2018 auf der Agenda stehe und auf Nachfrage erläuterte der Rathauschef, warum keine Härtefallregelung für Vereine bei den Wasserkosten möglich sei. Beide Redner bedankten sich abschließend nochmals für die vertrauensvolle Zusammenarbeit im vergangenen Jahr und wünschten dem Verein für die Zukunft alles Gute.

Ein weiterer Dank von Georg ging an die freiwilligen Helfern, die den Panoramaweg „Rund um Storndorf“ und die Bereiche rund um die Ruhebänke regelmäßig pflegen und so in einem jederzeit guten Zustand hielten. Frank Richtberg berichtete, dass sich der Verein zu einer Aktion der OVAG Energie AG angemeldet habe. Er hoffe hier auf einen Geldpreis für die Anschaffung eines Turnbarrens für das Kinderturnen. Ab Ende Mai 2017 starte ein Online-Voting, welches auf der Homepage des Kulturvereins beworben werden soll.

Abschließend appellierte der Vorstand nochmals an alle Mitglieder, sich in das Vereinsleben aktiv einzubringen und sich den Vorstandsmitgliedern helfend anzubieten. Insbesondere müsse eine breitere Basis für Betreuer im Jugendbereich gefunden werden. Hildebrand schloss nicht aus, dass man auch im Nachwuchsbereich zukünftig auf bezahlte Übungsleiter zurückgreifen müsse, um weiterhin Mannschaften stellen zu können. Das wäre dann einer der eingangs angesprochenen neuen Wege.