Freundlicher Empfang am kleinen Romröder Museumsufer zum Treffen: Fraktionsvorsitzender Stephan Paule, Kreisvorsitzender Dr. Jens Mischak, Romrods Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg, Ulrich Caspar, MdL, Kurt Wiegel, MdL. Foto: CDU Vogelsberg

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Ulrich Caspar, wohnungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, zu Gast bei der CDU Vogelsberg„Mehr Soziale Marktwirtschaft für den Wohnungsmarkt“

ROMROD (ol). Drei Fragen standen im Mittelpunkt des Treffens der CDU-Kreistagsfraktion Vogelsberg sowie der Fraktionsvorsitzenden der CDU aus den Städten und Gemeinden des Kreises mit Ulrich Caspar im Schlossmuseum in Romrod: Wie kann das Wachstum der Stadtbevölkerung zulasten des ländlichen Raumes begrenzt werden? Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Investitionen in Wohnraum hier im Vogelsberg? Trifft die Regulierung der Ferienwohnungen durch Landesgesetz auch den Vogelsberg?

Caspar, der wohnungspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, beschrieb laut Pressemitteilung der CDU detailliert die vielschichtigen Gründe, die zum Wachstum der Ballungsgebiete und dem Wegzug aus dem ländlichen Raum führten. Neben dem Arbeitsplatzangebot seien insbesondere Universitätsstandorte sowie die in den letzten Jahrzehnten stark gestiegene Lebensqualität in den Großstädten im Vergleich zu früher entscheidende Faktoren.

Die Teile des ländlichen Raumes, die verkehrstechnisch gut angebunden seien – besonders durch Autobahnen – könnten jedoch durch gezielte Ausweisung von Gewerbegebieten der Entwicklung begegnen, erklärte Caspar. Im Ballungsraum würden gut erreichbare Gewerbeflächen allerdings knapp werden. Ein weiterer Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sei die künftige Lebensader des ländlichen Raums. „Wer in maximal einer Stunde von Alsfeld in Frankfurt ist, für den fallen viele Gründe weg, umzuziehen“, ergänzte Caspar.

Arbeitsplatzverlagerungen in den ländlichen Raum

Der Vogelsberger Landtagsabgeordnete Kurt Wiegel von Lauterbach und Caspar nahmen zudem die Anregung von Sonja Dickert mit, zu prüfen, ob auch in weiteren Bereichen der Landesverwaltung Arbeitsplatzverlagerungen in den ländlichen Raum erfolgen könnten. Die jüngste Initiative im Bereich der Finanzämter, so auch in Lauterbach, könne hier Vorbild sein.

Vortrag im Seminarraum:
Kreistagsvorsitzender Dr. Hans Heuser, Fraktionsvorsitzender Stephan Paule, Ulrich Caspar, MdL, Kreisvorsitzender Dr. Jens Mischak. Foto: CDU Vogelsberg

Ausführlich wurden von Caspar die Programme der WI-Bank zur Förderung des Erwerbs, der Sanierung und des Neubaus von Wohnungen dargestellt. Romrods Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg, Frank Jungk, der immobilienmarktpolitischer Sprecher und Wigbert Hill betonten laut Presseinformation, überdies die Notwendigkeit, dass Anreize für eigentlich unrentierliche Maßnahmen an Bestandsgebäuden in den kleinen Orten des Kreises durch Fördermittel außerhalb der großen Förderprogramme geschaffen werden müssten.

Weniger Regulierung und mehr soziale Marktwirtschaft

Kritisiert wurde seitens der Vogelsberger Politiker, dass Wohnungsbauförderung und Mietpreisbremse im Ballungsraum zusätzliche Motive für den Zuzug in die Städte schaffen. Auch die Gesetzesinitiative zur Regulierung der Nutzung von Wohnraum als Ferienwohnungen sei eine Initiative zugunsten des Ballungsraumes. Caspar gab insofern Entwarnung als der Vogelsberg von dieser Regelung nicht betroffen sei. Dem Grunde nach sei der Mietwohnungsmarkt, insbesondere in Ballungszentren, bereits seit den 1970er Jahren überreguliert.

Während es im Bereich der Gewerbemietobjekte und des Wohneigentums funktionierende Märkte gäbe, sei dies im Bereich der Mietwohnungen nicht der Fall. „Weniger Regulierung und mehr Soziale Marktwirtschaft“ seien wünschenswert im Sinne von Mietern und Vermietern. Caspar resümierte: Das Thema sei, gerade in den Großstädten, leider zu emotional besetzt.