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FSG Ohmes/Ruhlkirchens Torjäger Tobias Konle im Interview„Fußball begleitet mich schon mein ganzes Leben“

OHMES|RUHLKIRCHEN (ls). Aktuell läuft es für die FSG Ohmes/Ruhlkirchen in der Kreisliga A richtig gut – das lässt sich nicht von der Hand weisen. Der Aufstieg scheint zum Greifen nah und das Torverhältnis der Mannschaft spricht Bände. Mitverantwortlich dafür: Tobias Konle der mit 22 Toren fast ein Viertel der gesamten Tore schoss. Ein Interview.

Fast könnte man Tobias Konle als Sinnbild der guten Situation der FSG Ohmes/Ruhlkirchen bezeichnen. Auch wenn es jetzt gegen Ende der Saison nochmal knapp werden könnte, bleibt die FSG Ohmes/Ruhlkirchen wohl ein sehr Beispiel für erfolgreichen Fußball in der Kreisliga. Im Fokus: Student Tobias Konle. 22 Tore gehen auf seinen Deckel, was bei insgesamt 91 Toren, gut ein Viertel ausmacht. Ein erstaunliches Ergebnis.

Warum der 23-jährige Student so viele Tore macht, was der Verein damit zu tun hat, wie der Ruhlkirchner überhaupt zum Fußball kam und wie realistisch er die Chancen auf eine kommende Kreisoberliga-Saison einschätzt, das verriet er in einem Interview.

Interview mit Tobias Konle

Oberhessen-Live: Hallo Tobias, schön, dass du dir die Zeit genommen hast. Erzähl doch mal, wie kamst du zum Fußball und wo hast du schon alles gespielt?

Tobias Konle: Mit dem Fußball angefangen habe ich sehr früh – ich schätze mit 4 oder 5 Jahren. Mein Vater und mein Onkel sind schon immer bei uns im Verein in verschiedenen Funktionen aktiv. Mein Vater hat mich damals einfach mal zum Fußball mitgenommen und anscheinend hat mir das Spielen auch in jungen Jahren schon sehr viel Spaß gemacht. Dazu kam natürlich, dass alle meine Freunde auch in derselben Mannschaft gespielt haben.

In den frühen Jugendjahren habe ich zunächst in Ruhlkirchen und in Schwalmstadt gespielt. Ab der C-Jugend dann 2 Jahre beim VfB Gießen und anschließen bis zur A-Jugend bei der TSG Wieseck. In meinem zweiten Jahr A-Jugend bin ich dann in die Herrenmannschaft von Eintracht Stadtallendorf gewechselt und konnte dort erste Seniorenerfahrung in der Hessenliga sammeln. Anschließend habe ich für 1 Jahr beim FC Schwalmstadt in der Verbandsliga gespielt und bin dann (nach einer kurzen Pause) in die Heimat zur FSG Ohmes/Ruhlkirchen zurückgekehrt.

Hat dich deine Jugendzeit in den Gießener Vereinen geprägt?

Ich habe für mich dort die besten Chancen auf eine gute Entwicklung gesehen habe. Die Zeit hat mich nicht nur fußballerisch sondern auch persönlich sehr geprägt. Da ich dann teilweise fünf bis sechs mal in der Woche nach Gießen zum Training oder zum Spiel gefahren bin, war das Ganze natürlich sehr zeitintensiv und ich musste in der Zeit viele andere Dinge vernachlässigen. Allerdings habe ich fußballerisch sehr viel gelernt und zudem auch eine Menge interessante Leute kennenlernen können, zu denen ich auch heute noch regelmäßig Kontakt habe.

Eine Entscheidung, über die er im Nachhinein sehr froh ist

Wie kamst du dann letztendlich doch dazu, wieder bei der FSG Ohmes/Ruhlkirchen zu spielen? 

Dadurch, dass ich lange Zeit in anderen Vereinen gespielt habe, habe ich den Kontakt zur Heimat leider ein wenig verloren. Aufgrund dessen, dass ich in 2014 mein Studium in Frankfurt begonnen habe, musste ich zwangsläufig mein Engagement im Fußball zurückschrauben. Nachdem ich eine Zeit lang wirklich gar kein Fußball mehr gespielt habe, habe ich realisiert, dass mir der Sport und die Gemeinschaft doch sehr fehlen. Daher habe ich mich dann entschlossen, einfach in Ruhlkirchen anzufangen. Letztendlich habe ich nun nicht nur den Fußball zurück, sondern auch den Kontakt zu meinen Leuten in der Heimat. Über die Entscheidung bin ich im Nachhinein sehr froh.

Du hast viele Erfahrungen in anderen Vereinen gesammelt. Wie schätzt du die Situation im regionalen Fußball derzeit ein?

Mit Sicherheit nicht mehr so gut, wie noch vor zehn oder 20 Jahren. Immer weniger junge Leute wollen Fußball auf dem Land spielen, weshalb es auch für unseren Verein immer schwieriger wird, in den kommenden Jahren Nachwuchs zu finden. Das ist aber meines Erachtens eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung, die sich nicht nur im Fußball widerspiegelt.

Motivation: Teamgeist und ein starker Wille

Was ist das Besondere an der FSG für dich?  

Ich denke, dass die Gemeinschaft die wir hier im Verein und in der Mannschaft haben, wirklich selten in der Form zu finden ist. Das macht einfach Spaß und ich freue mich jedes Wochenende wieder mit den Jungs auf dem Platz zu stehen. Zudem sind wir momentan ja auch noch relativ erfolgreich, was das Ganze noch schöner macht. Wir haben bei der FSG einen wirklich überragenden Teamgeist. Dazu kommt, dass alle Jungs aus derselben Gegend kommen und man auch neben dem Platz gemeinsame Interessen hat und auch mal das ein oder andere Bierchen trinkt. Insgesamt kann ich sagen, dass ich mich in der Mannschaft sehr wohl fühle.

Ist das auch der Grund dafür, dass du stolze 22 Tore für die FSG geschossen hast oder wie erklärst du dir das? Was motiviert dich auf dem Platz?

Ich denke, wir sind gerade in der Offensive diese Saison wirklich sehr gut aufgestellt. Ich bin ja nicht der einzige, der aus meiner Mannschaft bereits viele Tore erzielen konnte und wir haben auch nicht umsonst den besten Sturm der Liga. Solange wir die Spiele gewinnen, ist mir aber relativ egal wer am Ende die Tore geschossen hat. Mich motiviert dabei allem voran unser starker Teamgeist und der Wille, jedes Spiel gewinnen zu wollen.

Der Fußball begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben und ist ein fester Bestandteil. Vor allem begeistert mich jedes Mal aufs Neue wieder, im Team gemeinsam Ziele zu erreichen und auch abseits vom Platz Spaß zu haben.

Chance zum Aufstieg – nicht unrealistisch

Hast du schon darüber nachgedacht dich zukünftig sportlich nochmal in eine andere Liga zu orientieren? 

Wenn ich irgendwann mal wieder mehr Zeit habe, um auch unter der Woche trainieren zu können, würde ein Engagement in einer höheren Liga eventuell in Frage kommen. Aktuell kann ich so weit aber nicht planen.

Dann bleiben wir beim Aktuellem. Viele Spiele sind es ja nicht mehr bis das Saisonende erreicht ist. Wo siehst du FSG am Ende der Saison und welche Wünsche, Ziele und Erwartungen hast du an die neue Saison?

Am Ende der Saison sehe ich uns auf jeden Fall unter den Top 3. Welcher Platz es am Ende wird, ist allerdings schwierig zu sagen. Ich hoffe, dass wir als Mannschaft so zusammenbleiben wie wir momentan sind und auch weiterhin erfolgreich und gut Fußball spielen.

Gehen wir einmal in eine nicht ganz unrealistische Zukunft: Denkst du, dass die FSG in der Kreisoberliga eine realistische Chance haben würde? 

Wenn alle Spieler weiterhin ihr Bestes geben und wir über die ganze Saison kontinuierlich unsere Leistung bringen, denke ich, dass der Klassenerhalt grundsätzlich realistisch ist. Dabei spielen aber auch noch viele andere Faktoren, wie zum Beispiel Verletzungen, eine Rolle. Aktuell steht aber erstmal im Vordergrund, die letzten Spiele zu gewinnen, um überhaupt eine Chance auf den Aufstieg zu haben.

Vielen Dank Tobias.

 

Luisa Stock
Studierte in Gießen Germanistik und Kunstgeschichte und ist seit Juli 2016 Volontärin bei Oberhessen-live.

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